Neue Erkenntnisse aus den Geowissenschaften methodische Ansätze in der Archäologie

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/184603
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1846034
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1846034
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-125916
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2027-01-01
Sprache: Englisch
Fakultät: 7 Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Fachbereich: Geographie, Geoökologie, Geowissenschaft
Gutachter: Scholten, Thomas (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2026-07-23
DDC-Klassifikation: 550 - Geowissenschaften
Schlagworte: Maschinelles Lernen , Methode , Umwelt
Freie Schlagwörter: Geowissenchaft
Umwelt Archäologie
Mesopotamia
Multimethode
Geoarchäaologie
Landscape archaeology
Mesopotamia
Multimethod
Geoscience
Machine Learning
Geoarchaeology
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode.de https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode.en http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

 
Diese Dissertation ist gesperrt bis zum 01.01.2027!
 
Die Archäologie befindet sich an der Schnittstelle zwischen sozial-, anthropologisch- und naturwissenschaftlichen Ansätzen. Interdisziplinäre Methoden und Forschung haben in den letzten drei Jahrzehnten an Dynamik gewonnen. Obwohl dies kein neues Phänomen ist, fehlt es der Anwendung moderner quantitativer Methoden aus den Umwelt- und Geowissenschaften in der Archäologie oft an einer angemessenen theoretischen Grundlage, und sie werden in erster Linie als ergänzendes Analyseinstrument eingesetzt. Falsche Anwendung und nicht angepasste Methoden können zu unzuverlässigen Ergebnissen führen, während komplexe anthropogene Prozesse ohne spezielle Ansätze verborgen bleiben können. Diese Dissertation verfolgt daher zwei Hauptziele: einen kritischen Überblick über neue Methoden in der Archäologie zu geben und die Relevanz methodischer Ansätze aus anderen Disziplinen für die Bearbeitung archäologischer Fragestellungen zu bewerten. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt, mit einem Schwerpunkt auf der Bodendynamik im nördlichen Mesopotamien (Region Kurdistan, Irak), einer Region, in der die intensive Besiedlung während der Bronze- und Eisenzeit (2500–330 v. Chr.) eine ideale Fallstudie für quantitative Landschaftsansätze bietet. Diese Arbeit kombiniert eine systematische Übersicht über Anwendungen des maschinellen Lernens in der Archäologie, die Erstellung einen eigens erstellten, georeferenzierten Bodendatensatz, der aus Felduntersuchungen zusammengestellt wurde, sowie die Anwendung eines multimethodischen Ansatzes, der archäologische Vorhersagemodelle, traditionelle statistische Werkzeuge und unüberwachte Methoden kombiniert, um bisher wenig erforschte Beziehungen zwischen Menschen und Böden innerhalb der Landschaft zu identifizieren. Neben den in dieser Arbeit ausführlich dargelegten theoretischen Überlegungen zu modernen Methoden lassen sich die Ergebnisse in zwei sich ergänzende Bereiche zusammenfassen. Aus methodischer Sicht wurde ein innovativer, reproduzierbarer und transparenter multimethodischer Rahmen entwickelt, indem geowissenschaftliche Ansätze angepasst und übernommen sowie ein neu entwickelter Bodenproxy – die Paläobodenmodellierung – integriert wurde, der für archäologische Anwendungen angepasst wurde. Umgekehrt wirkten sich Indizes, die die kurzfristige Bodendynamik widerspiegeln, negativ auf das Vorkommen von Fundstellen aus, was mit der Hypothese übereinstimmt, dass frühere Gesellschaften über Kenntnisse der Zusammenhänge zwischen Bodenbeschaffenheit und Klimamuster verfügten, die ihre Besiedlung der Landschaft leiteten. Obwohl kein klares zeitliches Muster festgestellt wurde, zeigen die Ergebnisse eine deutliche ökologische und anthropogene Dichotomie zwischen dem südlichen und dem nördlichen Teil des Untersuchungsgebiets. Diese lässt sich entweder durch kulturelle Unterschiede oder durch eine taphonomische Überlieferungsverzerrung erklären, die durch neu gesammelte Feldbeobachtungen untermauert wird. Insgesamt unterstreichen diese Ergebnisse sowohl das Potenzial als auch die Grenzen geowissenschaftlicher quantitativer Ansätze in der Archäologie und sprechen für deren Einbindung in explizite theoretische Rahmenkonzepte.
 

Abstract:

Archaeology is at the crossroads of social, anthropological, and natural sciences approaches. Interdisciplinary methods and research have gained momentum for the past three decades. Although not recent, the application of modern quantitative large scale methods derived from environmental and geosciences in archaeology, often lacks adequate theoretical grounding and is primarily used as a supplementary analytical tool. Misuses and unadapted methods may produce unreliable results, while complex anthropogenic processes can stay hidden without dedicated approaches. This dissertation, therefore, seeks two main objectives: to provide a critical overview of new methods in archaeology and to assess the relevance of methodological approaches from other disciplines for addressing archaeological questions. Particular attention is given to environment-human interactions, with a focus on soil dynamics in northern Mesopotamia (Kurdistan Region, Iraq), a region where intensive settlement during the Bronze and Iron Ages (2500-330 BCE) offers an ideal case study for quantitative landscape approaches. This thesis combines a systematic review of machine learning applications for archaeology, the production of an original, georeferenced soil dataset compiled from field surveys and the application of a multimethod approach combining archaeological predictive modelling, traditional statistical tools, and unsupervised methods to identify previously underexplored relationships between humans and soils within the landscape. Besides the theoretical considerations on modern methods detailed in this thesis, the results can be summarised along two complementary lines. From a methodological perspective, an innovative, reproducible, and transparent multimethod framework was developed by adapting and adopting geoscientific approaches and integrating a newly developed soil proxy -palaeosol modelling - adapted for archaeological applications. Regarding environment-human interactions, the results highlight the continued importance of previously identified factors influencing settlement location, as well as a positive correlation between site presence and long-term soil productivity indices, while short-term dynamic indices show an inverse relationship. Conversely, indices reflecting short-term soil dynamics presented a negative correlation with site occurrence, consistent with the hypothesis that past societies had knowledge of soil texture-climate patterns, guiding their occupation of the landscape. Although no clear temporal pattern was identified, the results reveal a marked environmental and anthropogenic dichotomy between the southern and northern parts of the study area. They might be explained either by cultural differences or by a taphonomic bias, informed by newly collected field observations. Overall, these findings underscore the potential and limits of geoscientific quantitative approaches in archaeology and advocate their integration within explicit theoretical frameworks.

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