| dc.contributor.advisor |
Plewnia, Christian (Prof. Dr.) |
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| dc.contributor.author |
Portugall (geb. Judzinski), Melanie Alexandra |
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| dc.date.accessioned |
2026-10-16T11:26:57Z |
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| dc.date.available |
2026-10-16T11:26:57Z |
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| dc.date.issued |
2026-10-16 |
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| dc.identifier.uri |
http://hdl.handle.net/10900/184487 |
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| dc.identifier.uri |
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1844874 |
de_DE |
| dc.identifier.uri |
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-125800 |
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| dc.description.abstract |
Die Depression ist eine sehr häufige psychiatrische Erkrankung, bei der die Betroffenen
unter einem hohen Leidensdruck stehen. Zudem hat der Formenkreis depressiver
Störungen relevante gesundheitspolitische und volkswirtschaftliche Auswirkungen. Es
gibt bereits Hinweise auf Beeinträchtigungen unterschiedlicher Sinneswahrnehmungen
bei Patienten mit depressiver Störung (lokale Hypästhesie, verringerte visuelle
Kontrastwahrnehmung, reduzierte olfaktorische Wahrnehmung; Vgl. 4.2.1). Dies ist
jedoch die erste Studie, die eine herabgesetzte Wahrnehmung von taktilen
Vibrationsreizen beschreibt.
Die vorliegende Arbeit untersuchte die somatosensorische Wahrnehmung taktiler
Vibrationsreize bei 40 Patienten mit depressiver Störung im Vergleich zu 34 Gesunden
und ihre Beeinflussbarkeit durch die Induktion der Rubber Hand Illusion (RHI). Dabei
wurden vor und nach Anwendung der RHI jeweils 100 Vibrationsreize unterschiedlicher
Intensität appliziert, welche es der Stärke nach einzuordnen galt. Mittels RHI-Induktion
wurde ein der Dissoziation nahestehender Zustand erzeugt. Die generelle Neigung zu
dissoziativen Symptomen wurde mittels FDS-20 gemessen. Für die Beurteilung der RHIIntensität
diente der „Fragebogen zur Illusionstiefe“ sowie der propriozeptive Drift. Das
akute dissoziative Erleben wurde nach RHI-Induktion mittels DSS-akut erfasst.
Es konnte gezeigt werden, dass bei Patienten mit depressiver Störung im Vergleich zu
Gesunden eine defizitäre somatosensorische Wahrnehmung von taktilen Vibrationsreizen
besteht. Zudem stellten wir fest, dass Patienten mit depressiver Störung signifikant
häufiger zu dissoziativen Symptomen neigen. Die RHI-Intensität wies hingegen auf
keinen signifikanten Unterschied zwischen Patienten mit depressiver Störung und
Gesunden hin. Patienten mit depressiver Störung reagierten jedoch auf die RHI-Induktion
mit erhöhtem dissoziativem Erleben. Unter Anwendung der RHI wiesen die Patienten
keine weitere Herabsetzung der taktilen Wahrnehmung auf. Bei Gesunden hingegen
verschlechterte sich die somatosensorische Wahrnehmung taktiler Vibrationsreize unter
Anwendung der RHI signifikant im Vergleich zur Prä-RHI.
Diese Ergebnisse wurden vor dem Hintergrund der aktuellen Studienlage diskutiert. So
gibt es einige Hinweise, dass der Stellenwert dissoziativer Zustände bei Patienten mit
depressiver Wirkung bisher unterschätzt wurde. Die vorliegende Studie ist die erste, die
mittels RHI einen der Dissoziation ähnlichen Zustand bei Patienten mit depressiver
Störung und Gesunden hervorrief. Da bereits in der Literatur Belege für exterozeptive
Wahrnehmungsstörungen bei Patienten mit depressiver Störung vorliegen, liefert die
vorliegende Studie neue Erkenntnisse zur Wahrnehmung taktiler Vibrationsreize und
deren Reiz-Diskriminationsfähigkeit und betrachtet diese vor dem Hintergrund
hirnstruktureller Veränderungen beteiligter Hirnareale und kognitiver Hirnfunktionen.
Neben bereits in der Literatur beschriebenen Wahrnehmungsstörungen bei Patienten mit
depressiver Störung (lokale Hypästhesie, visuelle und olfaktorische Beeinträchtigungen)
liefert die vorliegende Studie durch eine veränderte taktile Wahrnehmung unter Prä-RHIBedingung
weitere Hinweise auf ein somatosensorisches Defizit. Inwieweit
hirnstrukturelle Unterschiede zu Gesunden diese Wahrnehmungsveränderungen bei
Patienten mit depressiver Störung bedingen, muss in weiteren Studien erforscht werden.
Unter RHI-Bedingung kommt es lediglich bei Gesunden zu einer Verschlechterung der
Reizdiskriminations-Fähigkeit taktiler Vibrationsreize, obwohl sich Patienten mit
depressiver Störung und Gesunde hinsichtlich der RHI-Intensität nicht unterscheiden.
Womöglich stellt sich bei Patienten mit depressiver Störung ein Floor-Effekt dar, der
durch eine bereits zu Anfang reduzierte somatosensorische Wahrnehmung zu keiner
weiteren Verschlechterung der Reizdiskrimination führt. Ebenso wäre eine motivational
bedingte herabgesetzte Wahrnehmung der taktilen Vibrationsreize möglich. Es konnte
aber festgestellt werden, dass Patienten mit depressiver Störung im hohen Ausmaß stärker
zu dissoziativen Symptomen neigen als Gesunde und dies auch positiv mit dem akuten
dissoziativen Erleben nach RHI-Induktion korreliert. Zusammenfassend hebt die
vorliegende Studie die Wichtigkeit der Diagnostik dissoziativer Symptome bei Patienten
mit depressiver Störung hervor. |
de_DE |
| dc.language.iso |
de |
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| dc.publisher |
Universität Tübingen |
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| dc.rights |
ubt-podno |
de_DE |
| dc.rights.uri |
http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de |
de_DE |
| dc.rights.uri |
http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en |
en |
| dc.subject.ddc |
610 |
de_DE |
| dc.title |
Die somatosensorische Wahrnehmung taktiler Vibrationsreize bei Gesunden und Patienten mit depressiver Störung sowie deren Beeinflussbarkeit durch die Rubber Hand Illusion |
de_DE |
| dc.type |
PhDThesis |
de_DE |
| dcterms.dateAccepted |
2026-06-17 |
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| utue.publikation.fachbereich |
Medizin |
de_DE |
| utue.publikation.fakultaet |
4 Medizinische Fakultät |
de_DE |
| utue.publikation.noppn |
yes |
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