Die Dissertation ist gesperrt bis zum 15. Juli 2028 !
Diese Dissertation präsentiert eine hochintegrierte multimodale
Neurobildgebungsstudie des dopaminergen nigrostriatalen Systems bei Ratten, die eine
optogenetische Stimulation der Substantia nigra (SN) mit simultaner PET- und BOLD-
fMRT-Bildgebung kombiniert. Die Arbeit gliedert sich in drei miteinander verknüpfte
Teile, die gemeinsam einen erweiterten konzeptionellen und methodischen Rahmen für
die Interpretation von Hirnkonnektivität und Dopamin-Signalübertragung in vivo
schaffen.
Im ersten Teil wurde eine Pipeline für die simultane präklinische fPET/fMRT-
Konnektivitätsanalyse etabliert. Wir konnten zeigen, dass die aus der [¹⁸F]FDG-PET
abgeleitete metabolische Konnektivität während der optogenetischen SN-Stimulation ein
signifikant zuverlässigerer Marker für gerichtete anatomische Projektionsbahnen war, als
die konventionelle, BOLD-basierte, hämodynamische Konnektivität. Während die
hämodynamische Konnektivität hochgradig variabel und Seed-abhängig war und die
stimulierte SN oft von ihren bekannten Zielregionen dissoziierte, bildete die metabolische
Konnektivität monosynaptische, anterograde Netzwerke originalgetreu ab.
Im zweiten Teil wurde der Einfluss von Standard-Präparationsprotokollen der
Kleintier-fMRT auf die [¹¹C]Racloprid-PET-Tracerkinetik untersucht. Diese Arbeit
bewertet die Eignung verschiedener Anästhesieprotokolle – insbesondere Isofluran, α-
Chloralose und eine Kombination aus Isofluran und Medetomidin – für simultane
PET/fMRT-Studien. Die Ergebnisse belegen, dass eine mechanische Beatmung die
Tracer-Anflutung verzögert, während die Wahl des Anästhetikums sowohl die Anflutung
als auch die Auswaschung des Tracers signifikant beeinflusst.
Aufbauend auf diesen Grundlagen gelang im dritten Teil erstmals eine simultane,
zeitlich aufgelöste Kartierung der optogenetisch ausgelösten phasischen
Dopaminfreisetzung, sowie der daraus resultierenden hämodynamischen Veränderungen
im intakten Rattengehirn. Bemerkenswerterweise fällt eine robuste Dopaminfreisetzung
im Striatum und Nucleus accumbens mit anhaltenden negativen BOLD-Antworten in
denselben Regionen zusammen. Obwohl diese Befunde auf eine klare Assoziation
zwischen phasischer Dopaminfreisetzung und negativen BOLD-Signaländerungen
hinweisen, spricht vieles dafür, dass der zugrundeliegende Mechanismus multifaktoriell
ist und GABA-Cofreisetzung, direkte vasoaktive Effekte von Dopamin sowie eine
Entkopplung zwischen BOLD-Signal und Sauerstoffmetabolismus umfasst. Die
Ergebnisse deuten darauf hin, dass neuronale Aktivierung in dopaminergen
Projektionsgebieten paradoxerweise mit negativen BOLD-Signaländerungen
einhergehen kann.