Inhaltszusammenfassung:
Die LGE-Technik ist ein in der kardialen MR-Bildgebung routinemäßig
eingesetztes Verfahren, mit deren Hilfe fibrotisch umgebaute Myokardareale
zuverlässig visualisiert werden. Zur Optimierung der Kontrastschärfe wurden
unterschiedliche LGE-Techniken entwickelt, darunter die Dark-Blood- und die
Bright-Blood-LGE-Technik.
Zahlreiche Studien haben sich dem Vergleich dieser beiden Techniken gewidmet
bezogen auf die Visualisierung ischämisch bedingter Myokardfibrosen. Im
Ergebnis kristallisierte sich dabei eine Präferenz zugunsten der Dark-Blood-LGE
Technik heraus. Außerdem konnten bereits charakteristische LGE-Muster für
eine Vielzahl nicht-ischämischer Kardiomyopathien bestimmt werden, deren
Kenntnis die Abklärung differentialdiagnostischer Fragestellungen erleichtern
kann.
Allerdings ist für dieses Krankheitsspektrum bislang nicht hinreichend untersucht,
inwiefern sich Dark-Blood- und Bright-Blood-LGE-Technik bei der Visualisierung
nicht-ischämischer Myokardnarben unterscheiden.
Daher ist es das Ziel der folgenden Nichtunterlegenheitsstudie, zu untersuchen,
ob das für subendotheliale Narben präferierte Dark-Blood-LGE-Verfahren auch
einen Benefit für die Visualisierung nicht-ischämischer Kardiomyopathien bietet
oder zumindest nicht schlechter als das Bright-Blood-LGE-Verfahren ist.
Die Dark-Blood-LGE-Technik erwies sich gegenüber der Bright-Blood-LGE
Technik als nicht unterlegen in der Visualisierung nicht-ischämischer
Kardiomyopathien. Die nicht-ischämischen Late Gadolinium Enhancement
Areale wurden in der Dark-Blood-LGE-Technik mit einer Sensitivität von 99% und
einer Genauigkeit von 99% zuverlässig dargestellt. Mit einer Spezifität von 99%
wurden Patienten ohne myokardiale Fibrosierung ebenso zuverlässig erkannt.
Auch im quantitativen Vergleich der beiden LGE-Techniken zeigten sich keine
signifikanten Unterschiede in der Abbildung der nicht-ischämischen Late
Gadolinium Enhancement Areale. Die Ausdehnung des Narbengewebes wurde
mit einem durchschnittlichen Unterschied von 0,1% zwischen den beiden LGE
Techniken nahezu gleich groß abgebildet.
Die Ergebnisse in dieser Studie könnten den Stellenwert der Dark-Blood-LGE
Technik in der klinischen Routinediagnostik erhöhen. In vorhergehenden Studien
wurde bereits eine Überlegenheit der Dark-Blood-LGE-Technik gegenüber der
Bright-Blood-LGE-Technik in der Visualisierung ischämischer Narben gezeigt. Im
Rahmen dieser Arbeit konnte eine Nicht-Unterlegenheit in der Darstellung nicht
ischämischer Kardiomyopathien gezeigt werden.