Einfluss der laparoskopischen Zystenentfernung am Ovar auf die ovarielle Reserve - Bestimmung der ovariellen Reserve mittels des Anti-Müller-Hormons

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URI: http://hdl.handle.net/10900/94407
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-944073
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-35791
Dokumentart: Dissertation
Date: 2019-11-07
Source: Henes, M. et al., Ovarian cyst removal influences ovarian reserve dependent on histology, size and type of operation. Womens Health (Lond), 2018. 14: p. 1745506518778992.
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Hartkopf, Andreas (Prof. Dr. med.)
Day of Oral Examination: 2019-10-01
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Zyste , Eierstock , Laparoskopie
Other Keywords: AMH
Anti-Müller-Hormon
laparoskopische Zystenentfernung
ovarielle Reserve
Ovarialzysten
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Inhaltszusammenfassung:

Ovarielle Zysten sind, insbesondere bei Frauen im reproduktiven Alter, eine häufige Diagnose. In verschiedenen Studien wurde ein Abfall von AMH-Serumspiegeln im Rahmen einer laparoskopischen Zystenentfernung am Ovar beschrieben. Das Anti-Müller-Hormon (= AMH) wird als Marker für die ovarielle Reserve (= OR) herangenzogen und wurde auch in der vorliegenden Studie zur Untersuchung des Einflusses der laparoskopischen Zystenentfernung am Ovar auf die OR verwendet. Der Frage, ob die AMH-Werte im Serum unter einer laparoskopischen Zystenentfernung am Ovar signifikant absinken und welche Aspekte dabei eine Rolle spielen, sollte in der vorliegenden Studie nachgegangen werden. In der vorliegenden Arbeit wurden Daten von 52 Patientinnen ausgewertet, welche von Januar 2010 bis August 2012 aufgrund einer oder mehrerer benigner Ovarialzysten an der Universitätsfrauenklinik Tübingen mittels Laparoskopie operiert wurden. Die Blutentnahmen zur Bestimmung des AMH erfolgten präoperativ und ein bis zwei Wochen postoperativ. Die Serumspiegel des AMH wurden mittels „AMH Gen II ELISA von Beckman Coulter“ ausgewertet. Des Weiteren lagen studieneigene Dokumentationen, Fragebögen, Patientenakten, OP-Berichte und die histologischen Befunde zur Auswertung vor. Die Auswertung der Blutproben zeigte beim Vergleich der prä- und postoperativ bestimmten Werte insgesamt einen signifikanten Abfall der AMH-Mittelwerte. Dies bestätigt die Ergebnisse anderer Studien. Bei einem Teil der Patientinnen stiegen die Werte wider Erwarten signifikant an. Des Weiteren wurden Einflüsse weiterer Variablen auf die Abnahme des AMH untersucht. Bei Patientinnen mit Endometriose- oder Follikelzysten konnten signifikante Unterschiede zwischen prä- und postoperativ gemessenen Hormonwerten bestimmt werden. Nur bei größeren Zysten mit einem Durchmesser von 5 cm oder mehr konnte ein statistisch signifikanter Abfall beobachtet werden. Ob die Zysten uni- oder bilateral entfernt wurden zeigte in beiden Fällen einen signifikanten Abfall, jedoch war der Abfall signifikant stärker bei der Entfernung beidseitiger Zysten. Die vollständige Zystenexstirpation hatte signifikant niedrigere AMH-Werte zur Folge als eine Fensterung der Zyste. Außerdem war bei den Patientinnen mit einer längeren OP-Dauer ein signifikanter Abfall messbar. Die Ergebnisse zeigen, dass von einer -zumindest vorübergehend- Schädigung ovariellen Gewebes durch die OP ausgegangen werden kann. Ob es sich bei der Verminderung des AMH nur um eine kurzzeitige Reaktion handelt oder ob Langzeitauswirkungen einer OP am Ovar zu beobachten sind ist noch zu untersuchen. Über mögliche Folgen der laparoskopischen Zystenentfernung auf die ovarielle Funktion sollten Patientinnen im Vorfeld einer OP aber in jedem Fall ausführlich aufgeklärt werden und eine genaue Indikation zur OP gestellt werden. Der Schutz intakten funktionellen Eierstockgewebes und somit der Fertilität der Frau sollte hohe Priorität haben.

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