Evaluation von Gliazellmarkern an einem organotypischen Hypoxiemodell der Netzhaut

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URI: http://hdl.handle.net/10900/89687
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-896873
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-31068
Dokumentart: Dissertation
Date: 2019-06-17
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Zahnmedizin
Advisor: Spitzer, Martin (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2019-05-11
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Eberhard Karls Universität Tübingen / Medizinische Fakultät , Universitäts-Augenklinik <Tübingen>
Other Keywords: Zentralarterienverschluss
Gliazellen
Makroglia
Mikroglia
Ischämiekammer
organotypisches Hypoxiemodell der Netzhaut
GFAP
CD11b
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Beim ZAV handelt es sich um eine ophthalmologische Notfallsituation. Der Patient erleidet innerhalb weniger Stunden einen irreversiblen Sehverlust. Eine Therapie gibt es derzeit nicht. Die neue Methode zur Erzeugung einer Ischämie in vitro mit Hilfe der Ischämiekammer ermöglicht es, einen ZAV nachzustellen und neue Therapieformen an Retinakulturen zu untersuchen. Sie wurde bereits von Matthias Blak erfolgreich in Bezug auf die retinalen Ganglienzellen getestet. Ziel dieser Arbeit war, die Auswirkungen einer Ischämie auf die Gliazellen der Retina zu untersuchen und zwei Therapieansätze zu testen. Dazu wurden immunhistochemische Färbungen durchgeführt. Eine Schwäche des in vitro Ischämiemodells ist die Tatsache, dass bereits die Axotomie einen Reiz darstellt, der Makro- und Mikroglia aktiviert. Die Glutamatversuche ergaben Ergebniswerte, die nicht für eine Aktivierung der Gliazellen oder eine Toxizität von Glutamat sprechen. Bei den Ischämieversuchen war kein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Ischämiedauer oder dem Zeitpunkt der Auswertung und der Gliareaktion festzustellen. Signifikant mehr aktivierte Makroglia wurde nur bei einer Ischämiedauer von 120 Minuten beobachtet (Auswertung nach 48 Stunden). Der Mikrogliaanteil fiel signifikant bei 60 Minuten Ischämie. Anhand des Ischämiemodells wurden zwei Therapieansätze getestet. Zum einen die Hypothermie (10 °C, 20 °C, 30 °C) und zum anderen das Medikament CSA. Die Hypothermie-Behandlung (20 °C) während und nach einer 75minütigen Ischämie führte zur signifikant geringer ausgeprägten Müllerzellgliose. Die Mikrogliareaktion blieb unbeeinflusst. Eine CSA-Behandlung zeigte keine Verminderung der Müllerzellaktivierung nach Ischämiestress. Die Werte der Mikrogliauntersuchungen sprechen für einen aktivierenden Effekt des CSA auf die Mikroglia. Die in vitro Simulation einer Ischämie mit der neu entwickelten Ischämiekammer mag sich für die Untersuchung der retinalen Ganglienzellen eignen. In Bezug auf die Gliazellen stellt sie aber keine zuverlässige Methode dar. Es ist keine Korrelation zwischen dem Überleben der retinalen Ganglienzellen und der Ausprägung der Gliose erkennbar.

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