Im Zeichen von Abwehr und Angriff. Fundierung und Formierung theologisch konservativer Gruppierungen in Württemberg und Westfalen bis zum „evangelikalen Protest“ im 20. Jahrhundert (unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzungen über die „moderne Theologie“ im 19. Jahrhundert)

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/77247
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-772471
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-18648
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2017
Sprache: Deutsch
Fakultät: 1 Evangelisch-Theologische Fakultät
Fachbereich: EvangelischeTheologie
Gutachter: Kampmann, Jürgen (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2017-02-10
DDC-Klassifikation: 230 - Theologie, Christentum
943 - Geschichte Deutschlands
Schlagworte: Evangelikale Bewegung , Konservativismus , Entmythologisierung , Württemberg , Westfalen , Apostolikumstreit , Fundamentalismus , Bultmann, Rudolf , Harnack, Adolf von , Kapff, Sixtus Carl von , Deitenbeck, Paul , Frey, Hellmuth , Tegtmeyer, Paul
Freie Schlagwörter: Evangelisch-Kirchliche Vereinigung
Bekenntnisbewegung
Ludwig-Hofacker-Vereinigung
Gnadauer Gemeinschaftsverband
Adolf-Clarenbach-Haus
Rheinisch-westfälische Freunde des kirchlichen Bekenntnisses
Rudolf Bäumer
Christian Friedrich Römer
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Die Arbeit stellt die deutsche Evangelikale Bewegung in den größeren Zusammenhang eines "theologischen Konservativismus", der sich seit der Zeit der Aufklärung im Gegenüber zu einer "modernen", historisch-kritischen protestantischen Theologie herausgebildet hat. Damit bildet sie eine Gegenthese zu bisherigen historischen Darstellungen zur Genese der Evangelikalen Bewegung, die diese - als Reaktion auf die Entmythologisierungsdebatte - erst mit dem Alpirsbacher Vortrag Rudolf Bultmanns im Jahr 1941 beginnen lassen. Im Unterschied dazu beginnt die vorliegende Studie - nach einer Grundlegung der Ausbildung und Krise des protestantischen Schriftprinzips - mit einer Darstellung wichtiger theologischer Auseinandersetzungen des "langen 19. Jahrhunderts", um dann die Diskussion um Bultmanns Entmythologisierungsprogramm als Glied einer Kette von Debatten um die Frage der Berechtigung der "modernen Theologie" innerhalb von Theologie und Kirche einzuordnen. Dabei wird deutlich, dass die Evangelikale Bewegung sowohl strukturell als auch inhaltlich an Personen und Gruppierungen anknüpft, die schon innerhalb des "langen 19. Jahrhunderts" als Gegner der "modernen Theologie" aufgetreten sind. Die Entwicklung wird beispielhaft an Württembeg und Westfalen dargestellt, da in diesen beiden Regionen mit der Bekenntnisbewegung und der Ludwig-Hofacker-Vereinigung (heute: Christus-Bewegung) die wohl bedeutensten landeskirchlichen Trägergruppen (zumindest der Anfangsphase) der Evangelikalen Bewegung entstanden sind. Im Schlusskapitel werden anhand der dargestellten Auseinandersetzungen inhaltliche Grundlinien eines "theologischen Konservativismus" gezeichnet, die als Anregung zu weiterer Konturierung dieses - vor allem mit der Hengstenberg-Biographie Matthias Deuschles in die kirchengeschichtliche Forschung eingeführten - Begriffes anregen soll. Dabei zeigt sich, dass die Einordnung der Evangelikalen Bewegung unter den Begriff "theologischer Konservativismus" sowohl einen neuen Blick auf andere historiographische Debatten wirft (engerer oder erweiterter Pietismusbegriff) als auch das theologische Anliegen der Evangelikalen Bewegung stärker konturieren kann als dies mit einem sozialwissenschaftlichen Ansatz möglich ist.

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