Präventionseffekte sozialer Kompetenztrainings für Kinder

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URI: http://hdl.handle.net/10900/66761
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-667617
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-8181
Dokumentart: Article
Date: 2005
Language: German
Faculty: Kriminologisches Repository
Kriminologisches Repository
Department: Kriminologie
Advisor: 481190716
DDC Classifikation: 360 - Social problems and services; associations
Keywords: Kind , Kriminalität , Prävention
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Inhaltszusammenfassung:

Delinquentes Verhalten entwickelt und verfestigt sich oft schon im Kindesalter. Deshalb versucht man, solchen Entwicklungen frühzeitig vorzubeugen. Ein Ansatz hierzu sind soziale Kompetenztrainings für Kinder und Jugendliche. In einer Auswertung für die Campbell Collaboration haben Lösel & Beelmann (2003, 2004) die methodisch besten Evaluationsstudien zu derartigen Präventionsmaßnahmen analysiert. Untersucht wurden 89 empirische Vergleiche zwischen Gruppen mit einem sozialen Trainingsprogramm und jeweils zufällig zugewiesenen Kontrollgruppen. Die Trainingseffekte waren überwiegend positiv. Der durchschnittliche Effekt auf das dissoziale Verhalten betrug d = .28 bzw. r = .14. Dies weist auf eine um 14% höhere Besserungsrate in den Trainingsgruppen hin. Die Ergebnisse variierten aber erheblich je nach Art des Wirkungskriteriums. Relativ kleine Effekte ergaben sich bei Maßen der Delinquenz sowie bei Kriterien aus Selbstberichten oder offiziellen Datenquellen. Meist überprüfte man die Wirksamkeit nur wenige Wochen nach dem Training. Langzeitstudien waren selten und erbrachten geringere Effekte. Kognitivverhaltensorientierte Programme zeigten bessere Ergebnisse als andere Trainingsformen. Programme für bereits leicht auffällige Kinder hatten stärkere Effekte als universelle Präventionsprogramme, die für alle Kinder einer Klasse oder Altersgruppe angeboten wurden. Insgesamt kann dieser Präventionsansatz als erfolgversprechend eingestuft werden. Es sind aber mehr gut kontrollierte Evaluationsstudien mit längerfristigen Nacherhebungen und „harten“ Erfolgskriterien erforderlich, um die präventive Wirkung gegen Delinquenzentwicklungen stichhaltig nachzuweisen. Dies gilt insbesondere für Deutschland, wo zu wenig Evaluationsforschung vorliegt.

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