Vergleich der diagnostischen Wertigkeit der PSA-Bestimmung mittels der unterschiedlichen Testsysteme Immulite 2000® und Bayer Centaur® und verschiedenen klinischen Entscheidungsalgorithmen einzelner Unterfraktionen des prostataspezifischen Antigens in der Primärdiagnostik des Prostatakarzinoms

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URI: http://hdl.handle.net/10900/60223
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-602234
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-1646
Dokumentart: Dissertation
Date: 2015
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Zahnmedizin
Advisor: Stenzl, Arnulf (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2015-02-03
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Prostata-spezifisches Antigen , Prostatakrebs
Other Keywords: klinische Entscheidungsalgorithmen
Immulite 2000
Bayer Centaur
Primärdiagnostik Prostatakarzinom
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Inhaltszusammenfassung:

Da das Prostatakarzinom mittlerweile der häufigste Tumor der männlichen Bevölkerung darstellt und mit steigender Lebenserwartung zukünftig ein immer größeres Problem in der Gesundheitsversorgung der männlichen Bevölkerung darstellen wird, ist es unerlässlich, Wege zu finden, um dieses Karzinom zuverlässig diagnostizieren zu können. Die Symptome eines Prostatakarzinoms sind nicht immer eindeutig und können auch auf eine benigne Prostatahyperplasie oder eine Prostatitis hindeuten. Es ist also sicherzustellen, dass Patienten ohne ein malignes Geschehen möglichst selten einer invasiven Biopsie unterzogen werden. Die vorliegende Arbeit vergleicht zwei der auf dem Markt angebotenen Testsysteme bezüglich Sensitivität und Spezifität unter Verwendung von 378 Datensätzen eines Patientenkollektivs der urologischen Klinik des Universitätsklinikums Tübingen im Zeitraum Februar bis Dezember 2007. Des Weiteren werden klinische Entscheidungsalgorithmen und allgemein übliche Cut-off Werte kritisch evaluiert. Die Arbeit zeigt, dass eine sinnvolle Kombination der vorliegenden klinischen Werte mit anderen Faktoren, wie dem Patientenalter, durchaus Potential birgt um eine „Übertherapie“ oder unnötige Diagnostik zu vermeiden. Hierbei spielt es per se keine Rolle, welches Testsystem verwendet wird. Es ist wichtiger, die einzelnen „Bausteine“ des entwickelten Entscheidungsbaumes richtig zusammen zu setzen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der PSA – Test nur bedingt geeignet ist um ein Prostatakarzinom zu diagnostizieren. Es kann nur mit einer Wahrscheinlichkeitsaussage gerechnet werden. Die Kombination verschiedener Untersuchungsmethoden ist zu präferieren. Große Studien der letzten Jahre zeigen allerdings, dass der PSA – Wert in der Verlaufskontrolle einen sehr hohen Stellenwert besitzt und hier ein etablierter und zuverlässiger Parameter ist. In der Primärdiagnostik des Prostatakarzinoms haben andere Marker einen größeren Stellenwert. Diese Marker werden die Anzahl der falsch positiv diagnostizierten Patienten deutlich senken und damit die Anzahl unnötiger Biopsien verringern. Umgekehrt werden sicher auch deutlich weniger falsch negativ diagnostizierte Fälle auftreten, was zu einer weiter sinkenden Sterberate durch das Prostatakarzinom führen wird. Einer der vielversprechendsten Marker zur Diagnostik ist hier sicherlich der PCA3 – Test. Dieser Gentest ermöglicht eine genauere Aussage über die Notwendigkeit einer Biopsie, da das untersuchte Gen karzinomspezifisch ist. Dieser Marker wird das PSA nicht ersetzen, jedoch ist er in der Früherkennung der Erkrankung sicher besser geeignet. Um unnötige Biopsien zu vermeiden, müssen vor allem die Entscheidungsalgorithmen verändert werden und bei Vorliegen des PSA – Wertes anhand des Patientenalters klassifiziert werden. Der entwickelte Entscheidungsbaum kann dabei helfen. Für dessen Erstellung bezog man sich auf die Messwerte des Immulite 2000, da diese rechnerisch höhere Bedeutung in der Diagnostik haben. Die Cut – Off Werte sind ebenso kritisch zu betrachten, da eine Pauschalisierung unnötige Biopsien generiert werden. Als Beispiel kann hier der %fPSA dienen. Liegt dieser bei 15% werden Patienten direkt als nicht – karzinomtragend eingestuft, jedoch zeigen die Analysen dieser Arbeit, dass der optimale Wert bei 13% liegt. Abschließend lässt sich feststellen, dass jedes der Testsysteme seine prädiktiven Vorteile birgt, jedoch gleichzeitig im direkten Vergleich auch Schwächen zeigt. Eine Kombination beider Systeme erscheint sinnvoll. Die differenzierte Betrachtung der einzelnen Unterfraktionen des PSA ist zwingend notwendig.

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