Das Einleitungsschema der UFK Tübingen. Indikationen, Methoden und Effizienz der Geburtseinleitung unter Berücksichtigung der subjektiven Bewertung durch die Patientinnen

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Zitierfähiger Link (URI): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-56478
http://hdl.handle.net/10900/45845
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2011
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Wallwiener, D. (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2003-05-08
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Schlagworte: Geburtenregelung
Freie Schlagwörter: Geburtseinleitsung
Labor induction
Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/deed.de http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/deed.en
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Inhaltszusammenfassung:

Das Einleitungsschema der UFK Tübingen Einleitung: Die zunehmende Häufigkeit der Geburtseinleitungen gibt Anlass, etablierte und alternative Einleitungsmethoden und das Therapiemanagement zu prüfen und zu optimieren. Die Geburtseinleitung anhand des Einleitungsschemas soll als wirksames, verträgliches und effizientes therapeutisches Vorgehen, auch bei Patienten mit multiplen Einleitungsindikationen und Einleitungsrisiken, evaluiert werden. Hierzu wurden Daten zum Patientenkollektiv, zur Geburtseinleitung und Geburt, zum neonatalen Outcome, zur Dauer des stationären Aufenthalts und den Kosten der Einleitung erfasst. Mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens wurde die subjektive Bewertung der Geburtseinleitung, der Geburt und der Betreuung durch das Klinikpersonal erfasst. Methodik: Im Studienzeitraum von 28 Monaten wurden alle Patienten der Frauenklinik Tübingen, welche eine Geburtseinleitung erhalten und daraufhin entbunden haben, in die monozentrische, deskriptive Studie integriert. Ausgeschlossen wurden Mehrlingsgraviditäten und Patienten ohne Einwilligungsfähigkeit. Standard der Geburtseinleitung während der Studie war das Einleitungsschema der UFK Tübingen. Die Studienmedikation war, je nach individueller Pathologie, Minprostin® E2 Vaginalgel, Syntocinon® 10 I.E. und/ oder ein Wehencocktail mit dem Wirkstoff Rizinus. Postpartal bekamen 329 Patienten einen Multiple Choice Fragebogen mit 23 Fragen zur Beantwortung ausgehändigt. Aus den dazugehörigen Patientenakten wurden jeweils 26 Daten entnommen. Insgesamt konnten 331 Patientenakten und 47 Fragebögen ausgewertet werden. Ergebnisse: Mit der praktizierten medikamentösen Einleitung konnten 71,3 % der Frauen vaginal entbinden, 15,1 % davon vaginal operativ. Obwohl die Risikorate unter den Schwangeren hoch (100%), der Muttermundsbefund unreif (Bishop Score im Median 2), das Einleitungs- Geburts- Intervall zum Teil verlängert war (Median 21 Stunden) und die Sectiorate während der Studie 28,7% betrug, war das maternale und fetale Outcome überwiegend gut. Während der Einleitung und Entbindung war die Komplikationsrate hoch (83,7%), schwere Komplikationen, wie die Uterusruptur (0,3%), blieben jedoch selten und die meisten Frauen erholten sich nach eigener Aussage sehr gut bzw. gut ( 65,9%). Die Anzahl der Patientinnen mit unreifem Muttermundsbefund (< 8: 95,7%) und unzureichender Wehentätigkeit (Median 1) war hoch. Als Erstmedikation erhielten 64,9% der Frauen Rizinus, 18,2% Prostaglandine und 16,9% Oxytocin. Bei der Erstmedikation mit Rizinus benötigten 53,3% der Patienten mindestens einen weiteren Einleitungsversuch. Bei den Einleitungsversuchen 2 bis 6 überwiegen jedoch die konventionellen Einleitungsmethoden (Prostaglandine und Oxytocin). Im Median wurden bis zur Entbindung zwei Einleitungsversuche unternommen. Das fetal Outcome konnte als überwiegend gut (APGAR im Median 8, 9, 10; pH der Nabelschnurarterie im Median 7,3; Verlegungsrate in die Neonatologie 36,9%; Geburtsgewicht im Median 3460 g) bezeichnet werden. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht fällt eine Kosten- Nutzen- Analyse der Einleitungen günstig aus (Medikation im Median 2,5 €/ Patientin, stat. Aufenthalt im Median 5 Tage). Die überwiegende Anzahl der Patienten fühlte sich von Ärzte und Hebammen gut beraten und betreut (80,0% bzw. 93,6%). Die Patienten fühlten sich während der Einleitung weniger verunsichert (24,4% vs. 40,0%) und hilflos (31,1% vs. 34,8%) als zu deren Beginn. Die Betreuung durch das Klinikpersonal war auch hier positiv (60,0%). Insgesamt jedoch überwogen während der Geburtseinleitung die negativen Gefühle. Während der Schwangerschaft waren sich 62,2% der Frauen sicher, der Geburt gewachsen zu sein, während der Einleitung waren es noch 22,2 %. Körperliche Beschwerden während der Einleitung waren Müdigkeit (37,8%), Zittern (24,4%), Schwitzen (20,0%) und Schwindel (11,1%), Übelkeit (17,8%), Erbrechen (6,8%) und Durchfälle (17,8%). Nach der Entbindung waren die Patienten überwiegend glücklich (97,8%), stolz (86,7%), erleichtert, (97,8%) und ausgeglichen (63,6%). Manche Patientinnen fühlten sich mit der neuen Situation überfordert (13,3%), unsicher (13,3%) und/ oder antriebslos (11,1%). Schlussfolgerung: Anhand des guten maternalen/ fetalen Outcome gezeigt werden, dass auch Risikopatienten von einer Einleitung anhand des Tübinger Einleitungsschemas profitieren können. Die zentrale Bedeutung einer kompetenten Beratung und Betreuung durch Ärzte und Hebammen wurde durch die Patientenumfrage deutlich. Durch eine exakte Aufklärung und intensive Betreuung vor und während der Einleitung wird ein weitgehend selbstbestimmtes Geburtserlebnis ermöglicht. Die Analyse zeigt, dass das Einleitungsschema der UFK hinsichtlich der Bedeutung des Bishop Score für die Wahl der Erstmedikation angepasst werden sollte.

Abstract:

Aim: The increasing rate of induction of labor gives cause to verify even established methods and the management of induction of labor to optimise clinical therapy especially at high-risk-patients. This therapy-scheme proves effectiveness and compatibility of induction of labor at risk patients with multiple indications and risks for induction of labor. For this purpose there were dates acquired to the patients collective, to the length of stationary residence, to induction of labor and delivery, to the maternal and fetal outcome and the costs of therapy. On the base of a standardized questionnaire patients subjectiv evaluated postpartal induction of labor, birth and medical care. Methods: During 28 month, all patients of the UFK Tübingen were included in this monocentric descriptive study, which obtained induction of labor and subsequently delivered. Excluded were multiple pregnancys and patients without capacity to concent. Standard of therapy was “the induction of labor scheme of the UFK Tübingen”. Medication during the study was, according to clinical pathology, Minprostin &#61666; E2 vaginal gel, Syntocinon&#61666; 10 I.E. and/or castor oil. Respectively 26 facts from 331 corresponding patient documents were analysed. Postpartal 326 patients were issued with an multiple choice questionnaire with 23 questions each. Results: With therapy management, based on the “induction of labor scheme of the UFK Tübingen”, 71% delivered vaginally, therefrom 15,1 % vaginally operative. The rate of caesarean section was 28,7%. The maternal and fetal outcome was mainly good even though there was a high rate of risk-pregnancys (100%), low bishop scores (median 2), prolonged induction of labor-delivery-interval (median 21 hours) and an increased rate of complications during induction of labor and birth (83,7%). Severe complications like ruptur of the uterus were rarely (0,3%). Most patients convalesced subjectivly goog or very good (65,7%). At first medikation 64,9% of the patients received castor oil, 18,2% prostaglandines and 16,9% oxytocin. 53,3% of the patients who had castor oil at first needed at least one more medikation for induction of labor. All patients needed between 1 and 6 attempts of induction of labor (median 2) to deliver. The fetal outcome was mainly good (APGAR median 8, 9, 10, pH-value of the umbilical cord at median 7,3, transfer-rate to the neonatology 36,9%, birth-weight at median 3460g). Upcoming physical symptoms during induction of labor were tiredness (37,8%), tremor (24,4%), perspiration (20%), vertigo (11,1%), nausea (17,8%), vomiting (6,8%), diarrhoea (17,8%). After delivery most patients felt happy (97,8%), proud (86,7%), relieved (97,8%) and balanced (63,6%). Some patients felt overwhelmed with the new situation (13,3%) and/or powerless (11,1%). Most patients felt well-advised and attendanced by physicians and midwifes (80% and 93,6%). During pregnancy, most women had good confidence to cope with birth (62,2%), during labor induction only 22,2 % felt like that. From economical point of view, the cost-benefit-analysis of labor induction was unexpectedly good (costs of medication for labor induction at median 2,5€/patient, inpatient treatment for at median 5 days). Conclusion: Based on the good maternal and fetal outcome it was featured that even high-risk-patients benefit from labor induction based on the “induction of labor scheme of the UFK Tübingen”. The focal importance of a professional advise and attendance by physicians and midwifes became obvious by the patient-questionnaire. The analysis shows, that the significance of the bishop score for choosing the first medikation in the “induction of labor scheme of the UFK Tübingen” should be adapted.

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