Untersuchung des Einflusses der Steroid-Therapie auf die Entwicklung eines Hörsturzes in Abhängigkeit von Autoimmunphänomenen

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Zitierfähiger Link (URI): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-12252
http://hdl.handle.net/10900/44475
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2003
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Sonstige
Gutachter: Klein, R.
Tag der mündl. Prüfung: 2003-11-11
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Schlagworte: Hörsturz , Steroidtherapie , Autoantikörper
Freie Schlagwörter: Steroid-Therapie , Innenohrstörung , Hörverlust
sudden hearing loss , steroid therapy , autoantibodies
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Der Hörsturz ist die häufigste akute Innenohrstörung. Eine eindeutige Ursache konnte bis heute noch nicht gefunden werden. So kommen sowohl eine vaskuläre als auch eine autoimmune Genese in Betracht. Daraus resultieren auch Therapieansätze wie die Verbesserung der rheologischen Eigenschaften durch Vasodilatation oder z.B. das Stennert-Schema (Steroide + Pentoxifyllin + Dextran). In der vorliegenden retrospektiven Studie wurde der jeweilige Hörsturzverlauf von 231 Patienten anhand von Reintonaudiogrammen analysiert und mit klinischen Parametern (Blutdruck, Alter,...) korreliert. Ferner wurden Seren der Patienten auf Autoantikörper (Antikörper gegen...) untersucht. Es zeigte sich, dass ein hohes Alter und ein hoher Blutdruck prognostisch ungünstig hinsichtlich des anfänglichen Hörverlustes sind. Interessanterweise führte eine Steroid-Therapie bei ausgeprägtem Hörverlust eher zu einer Verschlechterung. Hinsichtlich der Autoantikörperreaktionen ließ sich feststellen, dass Patienten, bei denen keine Antikörper nachweisbar waren, eine bessere Hörentwicklung hatten als Patienten mit einer positiven Autoantikörperreaktion. Der Einfluß des Antikörperstatus auf den Effekt einer Steroidtherapie muß differenziert betrachtet werden. Während sie bei Patienten mit Antilaminin-antikörpern und in geringerem Maße auch bei Patienten mit antisarkolemmalen Antikörpern einen positiven Effekt hatte, scheint bei Patienten mit Antiphospholipidantikörper eine Steroidtherapie sogar kontraindiziert zu sein. Diese Befunde weisen darauf hin, daß bei Patienten mit Hörsturz die Bestimmung definierter Autoantikörper prognostische Aussagen hinsichtlich des Ansprechens auf eine Steroid-Therapie ermöglichen könnte,d.h. man könnte gezielt je nach vorliegendem Antikörperstatus eine rheologische und/oder eine Steroid-Therapie durchführen. Insofern wäre eine prospektive Placebo-kontrollierte Studie unter Einbeziehung des Antikörperstatus gerechtfertigt, um diese Hypothese zu untermauern.

Abstract:

Sudden hearing loss is the most frequent inner ear disease. The pathophysiology of this sensorineural alteration is still unknown. Vascular and autoimmune processes have been discussed to be involved. Based on these two mechanisms different forms of therapy can be applied, i.e. vasodilators, steroids or the Stennert antiphlogistic-rheologic infusion scheme. In the present study, we analysed 231 patients with sudden hearing loss with respect to clinical parameters, hearing development in relation to therapy and ceratin autoantibodies. The following conclusions can be drawn: The older the patients and the higher the systolic blood pressure was, the more severe was the hearing loss. Patients with no autoimmune phenomena had a better development of hearing than patients with positive autoantibody reactions. However we found no difference between these groups with respect to the initial hearing loss. Furthermore, there was a correlation between the presence of antibodies and the response to treatment, especially to steroid therapy. Thus, patients with antibodies to laminin and sarcolemma seemed to benefit from this therapy while it seemed to be contraindicated in patients with phospholipids antibodies. Patients with antilaminin antibodies and antisarkolemm antibodies seem to profit by steroid therapy. These results indicate that serological analysis of patients’ sera may help to evaluate the further prognosis of sudden hearing loss and to apply more specifically certain therapeutic strategies. This hypothesis has, however, to be proven in a prospective placebo-controlles study analyzing the clinical course of patients with sudden hearing loss and the response to therapy in relation to the presence of distinct antibody profiles.

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