Inzidenz der Kontrastmittel-induzierten akuten Nierenschädigung bei Hochrisiko-Patienten nach kontrastmittelverstärkter CT unter Verwendung eines isoosmolaren iodhaltigen Kontrastmittels und eines modifizierten Untersuchungsprotokolls

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dc.contributor.advisor Horger, Marius S. (Prof. Dr.)
dc.contributor.author Bez, Christian
dc.date.accessioned 2026-11-04T15:33:44Z
dc.date.available 2026-11-04T15:33:44Z
dc.date.issued 2026-11-04
dc.identifier.uri http://hdl.handle.net/10900/185178
dc.identifier.uri http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1851780 de_DE
dc.description.abstract Die Kontrastmittel-induzierte akute Nierenschädigung (CI-AKI) stellt eine mit erhöhter Morbidität und Mortalität assoziierte Komplikation von intravaskulär verabreichtem iodhaltigen Kontrastmittel dar. Während die Gesamtinzidenz mittlerweile als sehr niedrig angenommen werden kann, konnte in Risikopopulationen mehrfach eine erhöhte Inzidenz der CI-AKI festgestellt werden. Besonders Patienten mit onkologischer Grunderkrankung oder eingeschränkter Nierenfunktion zeigten ein stark erhöhtes Risiko, bei gemeinsamem Vorliegen dieser beiden Risikofaktoren lag die Inzidenz der CI-AKI noch deutlich höher. Gleichzeitig benötigen Krebspatienten oft viele kontrastmittelverstärkte CT- Untersuchungen und es existieren für die CI-AKI keine spezifischen Therapiemöglichkeiten, sodass der Risikostratifizierung und Prävention eine besondere Rolle zukommen. Etablierte präventive Maßnahmen bestehen hauptsächlich in der Verwendung eines isoosmolaren Kontrastmittels, bestenfalls in reduzierter Dosis, sowie einer Hydratation im Rahmen der CT-Untersuchung. Ziel der Studie war die Überprüfung der Hypothese: Die Inzidenz der CI-AKI ist bei Verwendung eines isoosmolaren Kontrastmittels in reduzierter Dosis und unter Anwendung etablierter Präventionsmaßnahmen in dieser Kohorte aus onkologischen Hochrisiko-Patienten relativ gering und unterscheidet sich nicht wesentlich von der Gesamtinzidenz der CI-AKI. Hierzu wurde eine retrospektive Untersuchung von onkologischen Patienten mit einer errechneten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) von unter 60 ml/min/1,73m2 durchgeführt, die eine kontrastmittelverstärkte CT-Untersuchung mit einer reduzierten Dosis des isoosmolaren Kontrastmittels Iodixanol sowie eine prä- und postinterventionelle Hydratation erhielten. Die Auswertung erfolgte anhand von Serumkreatinin- (SKr) und eGFR-Werten in einem definierten Zeitraum und es erfolgte die Abgrenzung zur Kontrastmittel-assoziierten akuten Nierenschädigung (CA-AKI), die keinen kausalen Zusammenhang mit der Kontrastmittelapplikation hat. Es zeigte sich abhängig von der zugrunde liegenden Definition eine Inzidenz der CA- AKI von 5,0 % bzw. 8,2 % und der CI-AKI von 3,5 % bzw. 6,0 %. Die eGFR verringerte sich im Mittel zwar signifikant, jedoch nur um 0,39 ml/min/1,73m2. Die Verteilung der Inzidenz der CA-AKI suggerierte eine Abhängigkeit zwischen eGFR-Subgruppe und Wahrscheinlichkeit des Auftretens des Nierenversagens, welche sich jedoch als statistisch nicht signifikant herausstellte. Auch die weiteren untersuchten Subgruppen- Zugehörigkeiten, das Kontrollintervall und die zusätzlichen Risikofaktoren zeigten keinen eindeutigen signifikanten Einfluss. Der Verlauf der CI-AKI zeigte sich mit Ausnahme eines Falls als milde reversible Nierenfunktionseinschränkung entsprechend dem KDIGO-Stadium 1 der akuten Nierenschädigung. In allen Fällen traten keine neuen klinischen Symptome auf und es war keine Therapie notwendig. Die Besserung der Nierenfunktion trat überwiegend innerhalb weniger Wochen ein. Die Verwendung des SKr zur Diagnosestellung bringt aufgrund der Beeinflussung durch patientenabhängige Faktoren und der langsamen Dynamik zwar Einschränkungen mit sich, entspricht jedoch den aktuellen Empfehlungen. Nachdem die Verwendung der eGFR bereits zur Identifizierung von Patienten mit erhöhtem Risiko für eine CI-AKI empfohlen wird, erscheint die Ergänzung durch die eGFR auch zur Diagnosestellung sinnvoll. Abhängig von der verwendeten Definition ergaben sich signifikante Unterschiede in der Inzidenz der CI-AKI. Definition 2 (SKr-Anstieg ≥0,3mg/dl oder ≥50%) führte zu einer höheren Inzidenz, doch eine Veränderung des SKr um absolut 0,3mg/dl ausgehend von den bei allen Patienten erhöhten Ausgangswerten sollte nur relativ wenig Aussagekraft bezüglich der tatsächlichen Veränderung der Nierenfunktion haben. Im Rahmen dieser Kohorte erschien daher die Verwendung der mehr auf relativer Veränderung basierenden Definition 1 (SKr-Anstieg ≥0,5mg/dl oder ≥25% oder eGFR-Abnahme ≥25%) als besser geeignet, um eine Überschätzung der Inzidenz zu vermeiden. Trotzdem konnte für beide verwendeten Definitionen kein wesentlicher Unterschied zwischen der in der Literatur angegebenen Gesamtinzidenz und der hier ermittelten Inzidenz der CI-AKI gezeigt werden. Bei genauerer Beleuchtung der Fälle mit aufgetretener akuter Nierenschädigung stellte sich die Differenzierung zwischen CI-AKI und CA-AKI als äußerst relevante Maßnahme dar, da in einigen Fällen zeitgleich andere wahrscheinliche Ursachen für die akute Nierenschädigung vorlagen und das Kontrastmittel somit nicht als kausal angenommen werden konnte. Insgesamt ergab sich in dieser Kohorte von Hochrisiko-Patienten eine Inzidenz der CI- AKI, die vergleichbar mit der in der Literatur beschriebenen Gesamtinzidenz der CI-AKI und geringer als gemäß früherer Studien zu erwarten war. Damit zeigt die vorliegende Studie, dass unter Anwendung präventiver Maßnahmen eine reduzierte Dosis des isoosmolaren Kontrastmittels Iodixanol auch bei Hochrisiko- Patienten mit onkologischer Grunderkrankung und eingeschränkter Nierenfunktion ohne erhöhtes Risiko für eine CI-AKI angewendet werden kann. de_DE
dc.language.iso de de_DE
dc.publisher Universität Tübingen de_DE
dc.rights ubt-podno de_DE
dc.rights.uri http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de de_DE
dc.rights.uri http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en en
dc.subject.ddc 610 de_DE
dc.title Inzidenz der Kontrastmittel-induzierten akuten Nierenschädigung bei Hochrisiko-Patienten nach kontrastmittelverstärkter CT unter Verwendung eines isoosmolaren iodhaltigen Kontrastmittels und eines modifizierten Untersuchungsprotokolls de_DE
dc.type PhDThesis de_DE
dcterms.dateAccepted 2026-10-28
utue.publikation.fachbereich Medizin de_DE
utue.publikation.fakultaet 4 Medizinische Fakultät de_DE
utue.publikation.noppn yes de_DE

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