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Neuroblastome sind der häufigste extrakranielle Tumor im Kindesalter. Der embryonale Tumor neuroektodermalen Ursprungs ist verantwortlich für eine hohe Anzahl tumorbedingter Todesfälle im Kindesalter. Diese Tatsache unterstreicht die große Relevanz der Erforschung des Krankheitsbildes. Der multimodale Therapieansatz der Erkrankung umfasst unter anderem den monoklonalen Antikörper ch14.18/SP2.0.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Ermittlung von physischen bzw. somatischen Spätfolgen von ehemaligen Patienten mit einem Hochrisiko-Neuroblastom, welche im Rahmen ihres Therapieregimes mit dem Antikörper behandelt wurden.
Die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HrQoL) spielt zudem in der modernen Medizin eine zunehmend wichtigere Rolle. In diesen Aussagen liegt die Absicht der hier vorliegenden Arbeit und die damit einhergehende Fragestellung begründet: Wie geht es den Patienten viele Jahre nach der Therapie und lässt sich ein Unterschied zur durchschnittlichen Lebensqualität der deutschen Bevölkerung feststellen?
Die Studie umfasst insgesamt 65 Patienten, von denen 33 am Leben sind. Daten zur Erkrankung und deren Verlauf wurden gesammelt und systematisch aufgearbeitet.
Zudem wurde ein zweiteiliger Fragebogen erstellt, durch welchen Informationen zu somatischen Spätfolgen, sowie zur Lebensqualität gesammelt werden konnten. Der somatische Teil orientierte sich hierbei an bisher publizierten Daten zu den Spätfolgen der Neuroblastom-Therapie. Werte für die Lebensqualität wurden anhand eines standardisierten Fragebogens der „European Organisation for Research and Treatment of Cancer“ (EORTC) ermittelt und publizierten Normwerten der deutschen Bevölkerung gegenübergestellt.
Zu 29 der noch lebenden 33 Patienten konnte der Kontakt hergestellt werden. 25 von ihnen nahmen an der Fragebogen-Studie teil. Die mediane Dauer seit Diagnosestellung beträgt 24,6 Jahre. Das OS nach 10 Jahren liegt bei 51,9%, das EFS bei 50,5%.
Zu den angegebenen Erkrankungen gehören unter anderem Hörminderung (79%) oder endokrine Erkrankungen, wie der Mangel von Geschlechtshormonen (24%) oder Wachstumshormonen (12%). Auch sekundär benigne (16%) oder maligne Erkrankungen (12%) konnten anhand der Befragung ermittelt werden. Die Ergebnisse der Lebensqualität weisen auf ein durchschnittlich hohes subjektives Wohlbefinden der Patienten hin. Sowohl in den meisten Funktions-Skalen als auch bei den Symptom-/Single-Items, konnten ähnliche oder bessere Werte, wie die der Normbevölkerung aus Deutschland erreicht werden. So zeigen sich u.a. beim globalen QoL-Score bei beiden Geschlechtern signifikant bessere Werte. Single-Items wie Diarrhoen bei den Frauen, oder finanzielle Probleme bei den Männern hingegen treten bei unseren Patienten etwas häufiger auf.
Aufgrund der verhältnismäßig „jungen“ Antikörpertherapie gibt es derzeit noch wenige Studien, welche sich mit möglichen Spätfolgen von ch14.18/SP2.0 beschäftigen. Häufig handelt es sich dabei um mediane Untersuchungszeiträume, die deutlich unter den 24,6 Jahren dieser Arbeit liegen. Die Immuntherapie ließ sich jedoch auch in dieser Arbeit nicht als eindeutiger Risikofaktor für eine bestimmte Erkrankung im Verlauf identifizieren. Für die meisten Spätfolgen konnten bereits andere Therapien als ursächlich identifiziert werden. So z.B. die ototoxische Wirkung von Platinverbindungen im Rahmen der Chemotherapie und eine damit einhergehende Hochton-Schwerhörigkeit. Lediglich bei den aufgetretenen Autoimmunerkrankungen gibt es weiteren Klärungsbedarf, inwiefern diese möglicherweise auf die anti-GD2-Antikörper zurückzuführen sind. Für die überdurchschnittlichen Ergebnisse der Lebensqualitätsstudie gibt es in der Literatur bereits beschriebene Erklärungsansätze, wie das „Disability Paradox“ oder den „Response-Shift“. |
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