Theorielosigkeit und politische Botmäßigkeit : Destruktives und Konstruktives zur deutschen Kriminologie

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/184355
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1843559
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-125668
Dokumentart: Wissenschaftlicher Artikel
Erscheinungsdatum: 1972
Sprache: Deutsch
Fakultät: Kriminologisches Repository
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Inhaltszusammenfassung:

In diesem Beitrag werden einige der wesentlichen Annahmen gegenwärtiger deutscher Kriminologie kritisiert. Im Mittelpunkt des Interesses stehen (1) der Mehr-Faktoren-Ansatz der deutschen Kriminologie, der die Konstruktion von Theorien verhindert, und (2) der kriminologische Essentialismus sowie seine politische Funktion. Die legitimierenden Funktionen des Essentialismus werden an kriminologischen Aussagen zu der Frage aufgewiesen, welche strafbaren Handlungen als mehr oder weniger kriminell gelten können. Diese Entscheidung variiert mit dem sozialen Status der Delinquenten. Der Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen deutschen Kriminologie folgen Überlegun- genzu einer neuen Orientierung kriminologischer Forschung. Ausgehend von der interaktionistischen Devianztheorie hätte eine solche kriminologische Forschung die „Ursachen der Kriminalität" darauf hin zu untersuchen, inwieweit sie Anknüpfungspunkte für die Vergabe des Merkmals „kriminell" darstellen. Das bedeutet: Der Hauptgegenstand einer solchen Kriminologie sind die Instanzen sozialer Kontrolle. Ihre Kriterien für die Zuschreibung der Bedeutung „kriminell“ drücken die Struktur sozialer Ungleichheit aus und stabilisieren sie.

Abstract:

In this essay we criticize some of the basic assumptions of contemporary German criminology. Foci of our interest are (1) the multiple-factor-approach of German criminology which hinders theory-construction and (2) the criminological essentialism and its political functions. The legitimizing functions of essentialism are exemplified by criminological decisions about what are more or less criminal acts. This decision varies with the social status of the delinquent. This discussion is followed by some considerations about a new orientation in criminological research. Based on the main assumption of the interactionist approach to deviance 'causes of crime' must be demonstrated as points of reference in defining someone as a criminal. That means: the essential objects of criminological research are the institutions of social control. Their criterions of distributing the meaning ,criminal' express the class structure and stabilize it.

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