Inhaltszusammenfassung:
Es werden einige soziale und sozialpsychologische Determinanten des Prozesses forensischer Diagnostik thematisiert und mit den Ansprüchen traditioneller forensisch-psychiatrischer Begutachtung aus ihrem Erkenntnismodell und sozialen Selbstverständnis konfrontiert. Der Beitrag kommt zu dem Ergebnis, daß forensische Psychiatrie in ihrem diagnostischen Kernbereich diesen Ansprüchen nicht gerecht wird; darüber hinaus wirkt sie als forschungsleitende Perspektive forensischer Diagnostik erkenntnishemmend, insofern außer-psychopathologische Variablen nur als zu eliminierende Störfaktoren, nicht aber als konstituierende Bedingungen integriert werden können.