Inhaltszusammenfassung:
Nichtseßhaftigkeit als „soziales Problem“ wird erst allmählich von Sozialwissenschaftlern aufgegriffen und differenziert erforscht. Das bisherige Faktenwissen läßt eine große Heterogenität der Nutzer von Nichtseßhafteneinrichtungen erkennen. Das beginnt mit der Dauer von Wohnsitzlosigkeit, Einkommenslosigkeit und Unterstützungsbedürftigkeit, geht über den Grad der Alkoholabhängigkeit, psychischen Störung und physischen Beeinträchtigung und endet mit der unterschiedlichen Ausprägung des Grades der Chronizität der neuen Lebensweise. Gemeinsamkeiten bestehen im Hinblick auf die Herkunft aus der Unterschicht, Schul- und Berufsausbildungsmängel, Tendenzen zur Abwärtsmobilität und Lebenskrisen. Auf dieser Basis werden im vorliegenden Beitrag Thesen zur Genese von Nichtseßhaftenkarrieren entwickelt und mögliche Folgerungen zur Organisation des Hilfesystems gezogen.