This working paper examines the Philippine National Police’s (PNP) use of deadly force in Bulacan province during President Rodrigo Duterte’s War on Drugs, a period during which Bulacan became one of the most lethal zones of police activity. Drawing on a uniquely detailed dataset of police operations from 2015 to 2018, the study assesses whether official narratives of self-defense hold under empirical scrutiny. It introduces a “top-down” methodology for evaluating excessive deadly force, using indicators such as lethality ratios and police victimization rates. The findings reveal a dramatic escalation in police killings, with nearly no suspects wounded and minimal police casualties, suggesting that many purported armed encounters were in fact extrajudicial executions. Situating these findings in international context, the study compares Bulacan with over 30 national and subnational jurisdictions across all continents and finds it to be among the most extreme global outliers. These patterns point to a systemic practice of excessive fatal force driven by signals from national leadership, rather than isolated acts of misconduct. This research complements case-based human rights approaches by offering a scalable empirical strategy to assess systemic police violence. It demonstrates how detailed national or subnational data can reveal broader patterns of abuse and challenge official narratives of justified force, even in the absence of sufficient qualitative evidence on individual encounters and in contexts of widespread impunity.
Dieses Arbeitspapier untersucht den Einsatz tödlicher Gewalt durch die philippinische Polizei in der Provinz Bulacan während des Drogenkriegs unter Präsident Rodrigo Duterte, eine Phase, in der Bulacan zu einer der tödlichsten Zonen polizeilicher Aktivität wurde. Anhand eines einzigartig detaillierten Datensatzes zu Polizeieinsätzen von 2015 bis 2018 prüft die Studie, ob die offiziellen Narrative der Notwehr einer empirischen Überprüfung standhalten. Sie führt eine „Top-down“-Methodologie zur Bewertung exzessiver tödlicher Gewalt ein, gestützt auf Indikatoren wie das Verhältnis von Getöteten zu Verwundeten sowie die Rate der polizeilichen Opfer. Die Ergebnisse zeigen eine dramatische Eskalation tödlicher Polizeigewalt, mit kaum verwundeten Verdächtigen und nur minimalen Verlusten auf Seiten der Polizei, was darauf hindeutet, dass viele der angeblichen bewaffneten Auseinandersetzungen in Wirklichkeit außergerichtliche Hinrichtungen waren. In einem internationalen Vergleich wird Bulacan mit über 30 nationalen und subnationalen Einheiten auf allen Kontinenten verglichen. Dabei zeigt es sich als einer der extremsten Ausreißer weltweit. Die Befunde deuten auf eine systemische Praxis exzessiver Anwendung tödlicher Gewalt hin, die nicht auf individuelles Fehlverhalten, sondern auf Signale der nationalen Führung zurückzuführen ist. Diese auf dem systematischen Vergleich großer Fallzahlen basierte Forschung ergänzt Ansätze, die über detaillierte Analysen von Einzelfällen breitere Muster nachzuweisen versuchen, mit einer skalierbaren empirischen Strategie zur Bewertung systemischer Polizeigewalt auf der Basis großer Fallzahlen. Sie zeigt, wie detaillierte nationale oder subnationale Daten umfassendere Muster von Machtmissbrauch sichtbar machen und offizielle Narrative über gerechtfertigte Gewaltanwendung infrage stellen können – selbst bei fehlender qualitativer Evidenz auf Einzelfallebene und unter Bedingungen weitreichender Straflosigkeit.