Erfahrungen mit (oder von) Sozialwissenschaftlern in der Juristenausbildung

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/182388
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1823880
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-123702
Dokumentart: Wissenschaftlicher Artikel
Erscheinungsdatum: 1981
Sprache: Deutsch
Fakultät: Kriminologisches Repository
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Inhaltszusammenfassung:

Mit allen im Bereich des Strafrechts an der Universität Hannover lehrenden Dozenten wurden Interviews durchgeführt, deren Thema die Probleme bei der Einbeziehung der Sozialwissenschaften in die strafrechtliche Ausbildung war. Die Konflikthaftigkeit des Integrationsversuches scheint danach auf folgende Gründe zurückzuführen zu sein: Durch das instrumentelle Verständnis der juristischen „Praktiker“ von Sozialwissenschaften, nach dem sich der Wert sozialwissenschaftlicher Kenntnisse nach ihrer Eignung als Entscheidungshilfe für den juristischen Einzelfall bemißt, sehen sich die Sozialwissenschaftler in eine bloße Zuliefererfunktion gedrängt, die ihnen die Aufrechterhaltung ihrer professionellen Identität erschwert und die ohnehin vorgegebene Asymmetrie in ihren Arbeitsbeziehungen zu den Rechtswissenschaftlern noch verstärkt. Angesichts dieses Praxisdrucks und der geringen curricularen Spielräume ist ein Konsens über einen ausbildungsbezogenen sozialwissenschaftlichen Wissensgrundbestand kaum herstellbar. Chancen für eine gleichberechtigte Kooperation werden daher vor allem in der Forschung gesehen.

Abstract:

All faculty teaching penal law at the University of Hannover have been interviewed about various issues related to the integration of social sciences into penal law curriculum. The data reflect the structural conflicts involved into this integration. Of most importance seems to be the tendency of practitioners of penal law to judge the value of social sciences according to their possible contribution to decision making in routine cases. This view seems to recruit social scientists into the role of an assistant of the judge and thus challenges the professional identity of social scientists. The lack of symmetry between lawyers and those social scientists who teach within the law faculty has built up a large conflict potential which seems to preclude any consensus about what may be considered "basic knowledge in social sciences". Only interdisciplinary research may develop the neccessary common ground for such a consensus.

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