Analyse von Prädiktoren und Moderatoren der Tabakabstinenz und Veränderung von Craving und realitätsnaher Wahrnehmung im Rahmen eines virtuellen Expositionstrainings in der Tabakentwöhnung

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dc.contributor.advisor Batra, Anil (Prof. Dr.)
dc.contributor.author Lorenz, Tomris Lina
dc.date.accessioned 2026-08-11T12:15:02Z
dc.date.available 2026-08-11T12:15:02Z
dc.date.issued 2026-08-11
dc.identifier.uri http://hdl.handle.net/10900/182149
dc.identifier.uri http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1821494 de_DE
dc.identifier.uri http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1821494 de_DE
dc.identifier.uri http://dx.doi.org/10.15496/publikation-123463
dc.description.abstract Verhaltenstherapie, meist in Kombination mit einer medikamentösen Komponente, stellt eine etablierte Therapiemöglichkeit zur Behandlung der Nikotinabhängigkeit dar. Dennoch erreicht dieser Therapieansatz lediglich Abstinenzraten von maximal 35 Prozent nach zwölf Monaten. Dieses Ergebnis ist angesichts der gesundheitlichen und ökonomischen Schäden des Tabakkonsums als unzureichend zu bewerten. Ziel der Arbeit war es zum einen, das Verständnis potenzieller Prädiktoren und Moderatoren der Tabakabstinenz im Kontext einer leitliniengerechten Behandlung zu vertiefen und somit zu einer Optimierung bestehender Behandlungsstrategien beizutragen. Zum anderen sollte ein Cue-Exposure Training in der virtuellen Realität (VR) als Add-on zur Standard-Psychotherapie untersucht werden. Dabei sollte insbesondere geprüft werden, inwiefern eine realitätsnahe Wahrnehmung der virtuellen Szenarien das Craving zu beeinflussen vermochte. Im ersten Teil der vorliegenden Arbeit wurden daher soziodemografische Faktoren (Alter, Geschlecht und Schulabschluss), rauchanamnestische Faktoren (Fagerström Test for Nicotine dependence (FTND) (Heatherton et al., 1991), Anzahl gerauchter Zigaretten pro Tag, Rauchdauer, Rauchstatus des Partners) sowie Therapiefaktoren (Motivation, Selbstwirksamkeitserwartung und Therapieerwartung) als Prädiktoren und Moderatoren der Abstinenz analysiert. Darüber hinaus wurden depressive Symptome, erfasst mittels des Beck-Depressions-Inventars (BDI) (Hautzinger et al., 2009), als mögliche Prädiktoren der Abstinenz untersucht. Im zweiten Teil der Arbeit wurden realitätsnahe Wahrnehmung und Craving im Verlauf der 6 Kurswochen (KW) einer verhaltenstherapeutischen Gruppenbehandlung verglichen. Die virtuellen Szenarien (VR) „Einsamkeit und Grübeln“ und „Privatparty“, wurden in KW 3 und 5, die Szenarien „Stress“ und „Café“ in KW 4 und 6 präsentiert. Dabei wurde geprüft, ob es bei der Präsentation der Szenarien einen Zusammenhang zwischen realitätsnaher Wahrnehmung und Craving gab. Aus möglichen Zusammenhängen zwischen Craving und realitätsnaher Wahrnehmung sollten Rückschlüsse für eine optimierte Anwendung von VR in der Tabakentwöhnung gezogen werden. Die Gesamtstichprobe setzte sich aus 246 Teilnehmenden in den Studienzentren Tübingen und Regensburg zusammen. Nach Ausschluss der Drop-Outs betrug die zu untersuchende Stichprobe 163 Probanden. Als Zusatzkomponente zur kognitiven Verhaltenstherapie, welche alle Probanden erhielten, wurde ab KW 3 entweder das o.g. VR-Training oder eine progressive Muskelrelaxation (PMR, (Jacobson, 1938)) angeboten. Die Abstinenz wurde in einer 6-Monats-Katamnese nach dem Russel-Standard erfasst und durch die Bestimmung von Kohlenstoffmonoxid in der Ausatemluft validiert. Zur Überprüfung der Prädiktoren und Moderatoren der Abstinenz wurden zwei binär logistische Regressionsanalysen gerechnet. Zur Analyse des Cravings und der realitätsnahen Wahrnehmung wurden ausschließlich Probanden mit dem VR-Training als Zusatzkomponente untersucht. Hier wurde eine ANOVA mit Messwiederholung und eine Korrelationsanalyse durchgeführt. In der vorliegenden Arbeit konnten soziodemografische Faktoren, rauchanamnestische Faktoren sowie Therapiefaktoren nicht als Prädiktoren oder Moderatoren der Abstinenz dargestellt werden. Nur bezüglich des BDI zeigte sich ein signifikant negativer Effekt auf die Abstinenz: Probanden mit höheren Werten im BDI, hinweisend auf vermehrte depressive Symptome, wiesen eine niedrigere Abstinenzwahrscheinlichkeit auf (p=0,047). Des Weiteren ließ sich tendenziell eine Abnahme der realitätsnahen Wahrnehmung der Szenarien im Verlauf der KW beschreiben. Bezüglich des Cravings zeigten sich Interaktionseffekte zwischen Szenarien und KW, wobei eine Abnahme der Craving-Werte zwischen den Szenarien der KW 3 und 5 sowie zwischen den Szenarien der KW 4 und 6 erkennbar war. Außerdem zeigte sich in KW 3, Szenario „Privatparty“, sowie den KW 4 und 6, jeweils im Szenario „Stress“, eine Korrelation zwischen realitätsnaher Wahrnehmung und Craving. Je realistischer die Stresssituation wahrgenommen wurde, desto stärker stieg das Craving. Soziodemografische und rauchanamnestische Faktoren zeigten sich, konträr zu anderen Studien, in dieser Arbeit nicht als Prädiktoren der Abstinenz. Als Grund hierfür lässt sich womöglich ein Selektionseffekt aufgrund des Einsatzes von VR in dieser Studie nennen, welcher den Effekt soziodemografischer und rauchanamnestischer Faktoren abgeschwächt haben könnte. Der in der Arbeit dargestellte negative Einfluss depressiver Symptome auf die Abstinenz muss in weiteren Studien genauer untersucht werden. Außerdem sollte im Rahmen von Tabakentwöhnungsprogrammen besonderes Augenmerk auf Probanden mit entsprechender Symptomatik gelegt werden. Die Abnahme der realitätsnahen Wahrnehmung und des Cravings im Verlauf der KW lässt sich durch einen Habituationseffekt erklären. Darüber hinaus weist die im Verlauf der KW beobachtete Abnahme des Cravings auf eine Wirksamkeit des Cue-Exposure-Trainings (CET) hin, dessen primäres Ziel in der Reduktion suchtauslösender Reize durch wiederholte Exposition besteht. Allerdings bestätigt sich auch in der vorliegenden Studie, in Übereinstimmung mit vergleichbaren Studien, dass eine Reduktion des Cravings durch CET nicht zwangsläufig mit einer Verringerung des Rückfallrisikos einhergeht (Pericot-Valverde et al., 2019). Die Korrelation zwischen realitätsnaher Wahrnehmung und Craving im Szenario „Stress“ deutet auf ein zuverlässiges Auslösen von Craving durch den in diesem Szenario zum Einsatz kommenden Trier Social Stress Test (Kirschbaum et al., 1993) hin. Zusammenfassend verdeutlichen die Ergebnisse dieser Arbeit die Relevanz weiterer Forschung zu Prädiktoren und Moderatoren der Tabakabstinenz. Ein besseres Verständnis dieser Faktoren könnte die Entwicklung individualisierter Therapiekonzepte ermöglichen und somit zu höheren Abstinenzraten beitragen. Darüber hinaus sollte besonders der Einfluss des Cravings auf die langfristige Abstinenz sowie die potenzielle Wirksamkeit von VR-basierten Interventionen künftig intensiver untersucht werden. Von besonderem Interesse ist hierbei, inwieweit eine realistischere Darstellung virtueller Szenarien zu einer Steigerung des Cravings und womöglich zu einer Verbesserung des Therapieerfolgs führen könnten. de_DE
dc.language.iso de de_DE
dc.publisher Universität Tübingen de_DE
dc.publisher Universität Tübingen de_DE
dc.rights ubt-podno de_DE
dc.rights.uri http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de de_DE
dc.rights.uri http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en en
dc.subject.ddc 610 de_DE
dc.title Analyse von Prädiktoren und Moderatoren der Tabakabstinenz und Veränderung von Craving und realitätsnaher Wahrnehmung im Rahmen eines virtuellen Expositionstrainings in der Tabakentwöhnung de_DE
dc.type PhDThesis de_DE
dcterms.dateAccepted 2026-06-23
utue.publikation.fachbereich Medizin de_DE
utue.publikation.fakultaet 4 Medizinische Fakultät de_DE
utue.publikation.noppn yes de_DE
utue.publikation.noppn yes de_DE

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