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In der vorliegenden Arbeit wurden ehemals frühgeborene Einlinge und Zwillinge mit einem GA < 32 0/7 SSW, welche im Zeitraum vom 01.01.2012 bis 31.10.2016 in der Universitätsfrauenklinik Tübingen geboren wurden, auf ihre Körperzusammensetzung und Anthropometrie untersucht. Zusätzlich wurde der Blutdruck der Einlinge und Zwillinge erhoben.
Die Körperzusammensetzung wurde durch eine ADP-Messung (air-displacement plethysmography) bestimmt und durch Messungen anthropometrischer Parameter, wie Körpergröße und Kopfumfang, ergänzt. Der Blutdruck wurde nicht-invasiv mit einem altersgerechten Blutdruckmessgerät bestimmt.
Beim Untersuchungszeitpunkt im Alter von etwa 8 Jahren ließen sich für die Gesamtkohorte keine wesentlichen Unterschiede für das Wachstum und die Körperzusammensetzung zwischen den frühgeborenen Einlingen und Zwillingen feststellen.
Beide Gruppen lagen zum Messzeitpunkt mit einem medianen Gewichts-SDS von -0,4 unterhalb der altersentsprechenden Norm, während die Körpergröße mit SDS-Werten von 0,0 bzw. 0,1 altersentsprechend ausfiel. Auch beim Blutdruck ergab sich kein Hinweis auf systematische Unterschiede zwischen den Einlingen und Zwillingen. In einigen Untergruppen, wie bei den weiblichen Probanden bzw. FG ≥ 28 SSW, wiesen die Zwillinge zwar tendenziell höhere BF% Werte auf, jedoch erreichten nur wenige Parameter eine statistische Signifikanz.
In der Analyse nach Geschlecht zeigte sich bei den Mädchen, dass die weiblichen Zwillinge höhere Werte für den Gewichts-SDS und den BMI, als die weiblichen Einlingen aufwiesen. Der mediane BF% betrug 16,2% für die weiblichen Zwillinge und lag damit etwas höher als bei den weiblichen Einlingen mit einem Median von 13,9%, jedoch war diese Differenz nicht signifikant. Bei den Jungen bestanden keine Unterschiede.
In den Untergruppen nach Gestationsalter wiesen Zwillinge der FG ≥ 28 SSW einen signifikant höheren BF% (16,2% vs. 12,1%) und Körperfettmasse (3,9 kg vs. 3,0 kg) als die entsprechenden Einlinge auf. In der Gruppe der FG < 28 SSW bestanden diese Unterschiede zwischen Einlingen und Zwillingen jedoch nicht.
Bei der Auswertung der Zwillingsdaten zeigte sich, sowohl bei den konkordanten als auch den diskordanten Paaren, dass der ursprünglich leichtere Zwilling auch zum Messzeitpunkt noch geringere Werte für Gewicht und Körpergröße als der bei Geburt schwerere Co-Zwilling aufwies. Die LBM unterschied sich signifikant innerhalb der konkordanten Paare bzw. tendenziell innerhalb der diskordanten Paare. Für den BF% traten innerhalb der Zwillingspaare keine statistisch signifikanten Unterschiede auf. Auch die erhobenen Blutdruckwerte des bei Geburt leichteren bzw. schwereren Zwilling unterschieden sich nicht signifikant, auch wenn der bei Geburt leichtere Zwilling in beiden Gruppen einen leicht höheren systolischen Blutdruck aufwies. Zudem zeigte sich kein Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Wachstumsdiskordanz bei Geburt und Unterschieden im Blutdruck der Zwillinge zum Zeitpunkt der Messung.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass ehemals frühgeborene Einlinge und Zwillinge im Grundschulalter weitestgehend in ihrem Wachstum und der Körperzusammensetzung vergleichbar sind.
Auch scheint der bei Geburt leichtere Zwilling eines Zwillingspaares trotz einer verbleibenden Größen- und Gewichtsdifferenz keine signifikanten Nachteile in seiner Körperzusammensetzung, z.B. in Form eines höheren Körperfettgehalts oder eines höheren Blutdrucks davonzutragen, sodass die intrauterine Wachstumsdiskordanz langfristig nur begrenzt Auswirkungen zu zeigen scheint.
Allerdings wäre es von Vorteil noch größere Kohorten von frühgeborenen Einlingen und Zwillingen zu untersuchen, um etwa größere statistische Aussagekraft in der Analyse von Subgruppen zu ermöglichen. Zudem wären Metaanalysen sowie eine Nachuntersuchung der Kinder zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll, da sich Unterschiede zwischen den Gruppen unter Umständen erst postpubertär bzw. im Erwachsenenalter zeigen. |
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