Algorithmus zur Anwendung von Mikro-Ultraschall und Vergleich von Mikro-Ultraschall mit multiparametrischer MRT zur Früherkennung von Prostatakrebs

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/181699
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1816991
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-123021
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-07-20
Sprache: Englisch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Stenzl, Arnulf (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2026-06-26
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Schlagworte: Prostatakrebs , Ultraschalldiagnostik , Biopsie , Kernspintomografie , Frühdiagnostik , Diagnostik , Algorithmus
Freie Schlagwörter: PRI-MUS
Mikro-Ultraschall
Clinically significant prostate cancer
Prostate cancer
Micro-ultrasound
Multiparametric MRI
PRI-MUS
Prostate biopsy
Diagnostic algorithm
Early detection
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Einleitung: Mit der zunehmenden Inzidenz von Prostatakrebs ist es entscheidend neue, effektive, erschwingliche und kosteneffiziente diagnostische Werkzeuge zu entwickeln, um diese globale Herausforderung angemessen zu bewältigen. Die Durchführung einer Prostatabiopsie erfordert in der Regel spezielle ProstataBildgebung. Da die mpMRT als Standard in der Prostatakrebsdiagnostik etabliert ist, besteht noch Raum für eine alternative, von Urologen durchgeführte Bildgebung für Prostata Biopsie. Die Entwicklung präklinischer Ultraschalltechnologien hat zur Schaffung eines Mikro-Ultraschallgeräts (ExactVu™, Exact Imaging, Toronto, Kanada) geführt, das mit 29 MHz arbeitet, im Gegensatz zu den 8-12 MHz herkömmlicher TRUS zur Prostatauntersuchung. Das PRI-MUS-Protokoll für microUS, ein auf Bildgebung basierendes Bewertungssystem für das Prostatakrebsrisiko, wurde entwickelt, um zwischen Patienten mit niedrigem und hohem Krebsrisiko zu unterscheiden. Material und Methoden: Daten von Patienten, die sich von 2020 bis 2022 einer durch Mikro-Ultraschall gestützten Prostatabiopsie in der Urologischen Klinik des Universitätsklinikums Tübingen unterzogen, wurden retrospektiv analysiert. Die Studie umfasste insgesamt 122 Patienten. Verdächtige Läsionen wurden mittels microUS und mpMRI identifiziert, wobei die Definitionen auf PRI-MUS ≥3 und PI-RADS ≥3 festgelegt wurden. Klinisch signifikanter Prostatakrebs wurde als ISUP-Grad ≥2 definiert. Das primäre Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit von microUS bei der Diagnose von klinisch signifikantem Prostatakrebs zu bewerten, sowie die Entwicklung eines diagnostischen Algorithmus zur Früherkennung von Prostatakrebs. Ergebnisse: MicroUS identifizierte csPCa in 69,7% der Fälle. Unter den 105 Patienten mit microUS-verdächtigen Läsionen wurden 70 (66,7 %) mit Prostatakrebs diagnostiziert, davon 58 (55,2 %) als klinisch signifikant. Es wurde eine starke Korrelation zwischen den PRI-MUS-Scores und den ISUP-Graden festgestellt, wobei PRI-MUS 2 überwiegend mit benignen Zuständen oder nicht-signifikantem Krebs korrelierte, während PRI-MUS 4 (p=0,001) und 5 (p=0,007) überwiegend mit csPCa assoziiert waren. Insgesamt zeigte microUS eine Sensitivität von 93 % und eine Spezifität von 25 %. Der positive prädiktive Wert betrug 66 %, der negative prädiktive Wert 70 %. Die Detektionsrate von csPCa betrug in der Kohorte mit vorherigem mpMRT 43,9 %, im Vergleich zu 53 % bei alleiniger Anwendung von microUS (p=0,029). In der Gruppe der Patienten ohne mpMRT und PRI-MUS ≥4 (n=42, 77 %) betrug die Detektionsrate für csPCa 66,7 % (n=28). Schlussfolgerung: Unsere Ergebnisse zeigen, dass klinisch signifikanter Prostatakrebs in 69,7 % der Fälle mit PRI-MUS 4-5 auftrat, verglichen mit 56 % der Fälle mit PI-RADS 45. In dieser Studie übertraf microUS mpMRT in Bezug auf Sensitivität und Spezifität zur Detektion von csPCa. Die Studie bestätigt die hohe Sensitivität von microUS für csPCa. Eine sehr hohe Detektionsrate wurde bei Patienten mit PRIMUS 4/5 festgestellt. Es sollte weiter untersucht werden, ob microUS als Vorabtest dienen könnte und mpMRT für Patienten mit PRI-MUS ≤3 reserviert werden sollte. Es ist jedoch wichtig, die Einschränkungen unserer Studie zu berücksichtigen. Die Kohorte war mit 122 Patienten relativ klein, wobei nur 66 Patienten sowohl microUS als auch mpMRT erhielten. Die begrenzte Stichprobengröße und das Ungleichgewicht in der Anzahl der durchgeführten microUS- und mpMRTUntersuchungen könnten die Studienergebnisse beeinflusst haben. Trotz der Limitationen durch die geringe Fallzahl und das retrospektive Studiendesign liefert diese Untersuchung erste Hinweise darauf, dass microUS als potenzielles Instrument für das initiale Prostatakarzinom-Screening geeignet sein könnte. Zukünftige prospektive Studien mit größeren Patientenkollektiven sind erforderlich, um diese Ergebnisse zu validieren und das vorgeschlagene diagnostische Algorithmusmodell zu überprüfen, bei dem mpMRT Patienten mit einem PRI-MUS-Score ≤3 vorbehalten ist. Falls sich dieser Algorithmus als effektiv erweist, könnte er zur Effizienzsteigerung bei der Diagnose des klinisch signifikanten Prostatakarzinoms beitragen, indem der Einsatz von mpMRT reduziert und unnötige Biopsien vermieden werden. Zudem ist zu berücksichtigen, dass in bestimmten Ländern oder Regionen die Magnetresonanztomographie aufgrund unterschiedlicher Faktoren, wie begrenzter Ressourcen oder infrastruktureller Einschränkungen im Gesundheitssystem, nicht leicht verfügbar ist. Künftige Empfehlungen in Form diagnostischer Algorithmen sollten daher die Integration von Mikro-Ultraschall in den diagnostischen Pfad des Prostatakarzinoms in Betracht ziehen. Dies könnte zusätzlich die Abhängigkeit von der mpMRT verringern und die diagnostischen Strategien insbesondere in ressourcenlimitierten Settings optimieren.

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