Differentielle Analyse altersabhängiger cochleärer Synaptopathien in Probanden mit und ohne Sprachverständlichkeits-Einschränkungen

DSpace Repositorium (Manakin basiert)


Dateien:

Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/178200
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1782003
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-119524
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-04-10
Sprache: Englisch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Knipper-Breer, Marlies (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2026-03-20
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Schlagworte: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde , Audiologie , Schwerhörigkeit , Altersschwerhörigkeit , Demenz , Audiometrie , Hörprüfung
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
Zur Langanzeige

Inhaltszusammenfassung:

Die zunehmede Prävalenz von Hörverlust stellt eine wachsende Herausforderung des demografischen Wandels dar. Hierbei fallen häufig Sprachverstehensdefizite, insbesondere im Störgeräusch, auf, bevor ein manifester Hörschwellenverlust nachweisbar wird. Meist sind altersbedingte oder erworbene Hörstörungen Ursache der Hörminderung. Ziel dieser Studie war es, den Einfluss verschiedener Abschnitte der auditorischen Bahn auf die Entwicklung von Sprachverstehensdefiziten zu analysieren. Die Kohorte von 89 Teilnehmern im Alter von 18 bis 76 Jahren wurde in junge, mittelalte und ältere Personen, mit und ohne subjektiv wahrgenommenen (aber nicht diagnostizierten) Hörverlust eingeteilt. Die Teilnehmer durchliefen eine Reihe audiologischer Untersuchungen, bestehend aus Tonaudiometrie, gepulsten Distorsionsprodukten otoakustischer Emissionen (pDPOAEs), akustisch evozierten Hirnstammpotenzialen (ABR), auditiven steady-state-responses (ASSR), Sprachverstehen (OLSA) sowie Silbenunterscheidung in Ruhe und im Störgeräusch. Die Hörschwellen nahmen am deutlichsten im erweiterten Hochfrequenzbereich (11,2 16 kHz) ab, was sich auch auf die Amplituden der ABR-Wellen bei niedrigeren Frequenzen auswirkte. Um Unterschiede der Sprachverstehensleistung unabhängig von Hörschwellenunterschieden und Alterseffekten zu untersuchen, wurde die OLSA Schwelle normalisiert berechnet, jeweils in Ruhe und im Störgeräusch. Dabei zeigten sich Unterschiede im Sprachverstehen sowohl in Ruhe als auch im Störgeräusch – und zwar in allen untersuchten Altersgruppen. 63 Konkret zeigten Teilnehmende mit schlechtem Sprachverstehen in Ruhe vergleichsweise geringere pDPOAE-Werte, was auf eine reduzierte Funktion des cochleären Verstärkers hinweist, sowie mittels ABR niedrigere Amplituden und verzögerte Wellen. Zudem schnitten sie schlechter bei der Unterscheidung von Vokalphonemen unterhalb des Phase Locking-Limits (/o/-/u/) ab. Umgekehrt zeigten Teilnehmende mit schlechtem Sprachverstehen im Störgeräusch höhere pDPOAE-Werte – ein Hinweis auf eine bessere Funktion des cochleären Verstärkers – sowie größere ASSR-Amplituden, höhere unangenehme Lautheitspegel und schlechtere Leistungen bei der Unterscheidung von Vokalphonemen oberhalb der Phasen-Locking-Grenze (/i/-/y/). Dies führte zur Gesamtinterpretation, dass eine gestörte basiliäre Membrankompression mit reduziertem Sprachverstehen im Störgeräusch assoziiert ist – verursacht durch beeinträchtigte Hüllkurvencodierung. Deutlich wurde dabei – entgegen bisheriger Annahmen –, dass sowohl gutes als auch schlechtes Sprachverstehen unabhängig von Hörschwellen (PTTs) und Alter auftreten kann. Dieses Phänomen macht deutlich, dass dringend verbesserte diagnostische Verfahren zur Erfassung der Schallverarbeitung beim Reizbeginn in der klinischen Routine erforderlich sind.

Das Dokument erscheint in: