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Schlaf ist ein elementarer Bestandteil des menschlichen Lebens. Abgesehen von der Regenerierung finden während des Schlafes eine Vielzahl weiterer essenzieller Stoffwechselprozesse statt, ohne die ein Überleben längerfristig nicht möglich ist. Eine große Zahl an Menschen leidet unter Schlafstörungen, die nicht nur für die Betroffenen ein bedeutendes gesundheitliches Problem darstellen, sondern auch einen finanziellen Schaden für die Gesamtgesellschaft bedeuten. Die häufigste Form der Schlafstörung ist die Insomnie, welche für die Betroffenen Ein- und/oder Durchschlafstörungen und/oder Probleme mit frühmorgendlichem Erwachen bedeuten, welche zu Problemen mit der Arbeits- und Funktionsfähigkeit am Tag führen können. Insomnien sind ein komplexes Krankheitsbild und stehen im Zusammenhang mit verschiedenen Prädiktoren, wie Persönlichkeitseigenschaften, psychische Erkrankungen, schlafbezogene Ängste und Sorgen, psychosoziale Stressoren und vielen mehr. Außerdem können Insomnien auch psychische Erkrankungen hervorrufen. Im Rahmen der zum Zeitpunkt der Befragung noch bestehenden pandemischen Lage durch die COVID-19 Pandemie wurde außerdem von einem globalen Anstieg insomnischer Erkrankungen berichtet. Viele dieser Wirkmechanismen sind jedoch bis dato nicht vollständig untersucht worden, insbesondere in Hinblick auf eine durchschnittliche Demographie. Wenngleich im Rahmen dieser Studie keine für die Region repräsentative Demographie erreicht wurde, so konnte doch eine sehr breite Demographie mit zahlreichen verschiedenen Hintergründen erreicht werden, die uns vor allem im bisher so gut wie nicht beleuchteten Bereich der subklinischen Ausprägung insomnischer Beschwerden eine Vielzahl neuer Erkenntnisse liefern konnte. Die dieser Arbeit zugrunde liegende Umfrage gliederte sich in einen Teil aus eigenen Fragen, in dem unter anderem grundlegende demographische Daten, Daten zu COVID-19-bedingten Belastungen, Schichtarbeit und Bettpartnern abfragte und einen weiteren Teil, in dem verschiedene Standard-Fragebögen zur Anwendung kamen. Die für diese Arbeit relevanten Fragebögen waren dabei der Persönlichkeitsfragebogen HEXACO, der Insomnia Severity Index, der Anxiety and Preoccupation about Sleep Questionnaire und der Mini-SCL. Mithilfe einer Kombination aus eigenen Fragen und bewährten Standard-Fragebögen konnte eine Kombination aus Vergleichbarkeit der generierten Daten und neuen Erkenntnissen sichergestellt werden. Fokus bei der Auswahl stellten 3 Hypothesen. Unter Hypothese 1 sollten die Auswirkungen intrinsischer Belastungsfaktoren, also Persönlichkeitseigenschaften, allgemeiner psychischer und psychosomatischer Belastungen und schlafbezogener Ängste und Sorgen, in Bezug auf die Stärke insomnischer Belastungen untersucht werden. Unter Hypothese 2 wurden die Auswirkungen extrinsischer Belastungsfaktoren, also Belastungen im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie, Bettpartner, Schichtarbeit und Bildschirmzeit, auf die Stärke insomnischer Belastungen untersucht. Unter Hypothese 3 wurde untersucht, ob eine Kombination extrinsischer und intrinsicher Belastungen zu einer Interaktion in Bezug auf die Stärke insomnischer Belastungen führt. Dabei konnte festgestellt werden, dass intrinsische Belastungsfaktoren allgemein gesprochen einen stärkeren Zusammenhang zu insomnischen Beschwerden haben als extrinsische Belastungsfaktoren. Es konnte zudem festgestellt werden, dass der stärkste Zusammenhang zwischen insomnischen Beschwerden von schlafbezogenen Ängsten und Sorgen ausgeht, dicht gefolgt von allgemeinen psychischen und psychosomatischen Belastungen. Von den Persönlichkeitseigenschaften besteht nur ein mäßiger Zusammenhang mit insomnischen Beschwerden. Bei den extrinsischen Belastungsfaktoren konnte einzig ausgehend von COVID-19-bedingten Belastungen ein relevanter Zusammenhang zu insomnischen Beschwerden festgestellt werden, doch auch dieser lässt sich nur als mäßig beschreiben. Eine Kombination aus extrinsischen und intrinsischen Belastungsfaktoren zeigt bei einer Kombination aus COVID-19-bedingten Belastungen und allgemeinen psychischen und psychosomatischen Belastungen eine Interaktion. Dabei konnte festgestellt werden, dass bei Probanden, welche nicht unter allgemeinen psychischen und psychosomatischen Belastungen leiden, COVID-19-bedingte Belastungen einen deutlichen Ausschlag hinsichtlich ihrer insomnischen Beschwerden machen, während bei bereits psychisch belasteten Probanden ein zusätzliches Vorhandensein von COVID-19 Belastungen zu keiner zusätzlichen Steigerung der insomnischen Beschwerden führt. |
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