The Gender Gap in Economic and Financial Literacy – Theoretical Perspectives and Explanatory Factors

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/174153
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1741533
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1741533
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-115478
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2027-07-12
Sprache: Englisch
Fakultät: 6 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Fachbereich: Wirtschaftswissenschaften
Gutachter: Brahm, Taiga (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2025-12-17
DDC-Klassifikation: 330 - Wirtschaft
Schlagworte: Kompetenz , Gender , Wirtschaft , Bildung
Freie Schlagwörter: Finanzkompetenz
Wirtschaftskompetenz
Geschlechterunterschied
Financial Literacy
Economic Literacy
Gender Gap
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

 
Die Dissertation ist gesperrt bis zum 12. Juli 2027 !
 
Im dynamischen ökonomischen Umfeld sind ökonomische und finanzielle Kompetenzen essenziell, um aktiv an der Gesellschaft teilzuhaben und fundierte Entscheidungen zu treffen. Diese Notwendigkeit wird durch die Globalisierung und Digitalisierung, komplexe Finanzprodukte und neue Verantwortlichkeiten für die Individuen verstärkt. Besonders jüngere Generationen sind vom demographischen Wandel und seinen Folgen betroffen und müssen auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet werden. In diesem Zusammenhang ist die Relevanz einer fundierten Wirtschafts- und Finanzkompetenz für das finanzielle Wohlergehen von besonderer Bedeutung. Jedoch ist das Kompetenzniveau in der allgemeinen Bevölkerung gering. Insbesondere bei Frauen zeigen sich Defizite. Folglich zeigt sich der Geschlechterunterschied in der Wirtschafts- und Finanzkompetenz in zahlreichen empirischen Studien. Um diesem Unterschied durch effektive Wirtschafts- und Finanzbildung entgegenzuwirken, ist ein tiefgreifendes Verständnis für Erklärungen des Gaps erforderlich. Jedoch gibt es bisher kaum Evidenz zum Zusammenhang verschiedener Erklärungsfaktoren. Diese Dissertation trägt zur Schließung dieser Forschungslücke bei. Durch die Untersuchung mehrerer erklärender Faktoren bietet sie ein umfassendes Verständnis geschlechtsspezifischer Unterschiede in der Wirtschafts- und Finanzkompetenz. Die Dissertation umfasst drei Studien, bestehend aus einer qualitativen Literaturanalyse sowie zwei quantitativen Querschnittsstudien, und wird durch einen übergreifenden Rahmen ergänzt. Die systematische Literaturanalyse untersucht 97 Papiere und 185 Studien zum Geschlechterunterschied und potenziellen Erklärungen und umfasst dabei Studien aus allen Weltregionen und Altersgruppen. Die Ergebnisse zeigen den Geschlechterunterschied in der Mehrzahl der Studien, mit einer geringeren Ausprägung in bestimmten Weltregionen (z. B. Osteuropa, Südamerika). Die Studie identifiziert mehrere Erklärungsfaktoren für den Geschlechterunterschied, darunter Selbstvertrauen, Sozialisation, Bildung und mathematische Kompetenzen. Die zweite Studie untersucht den Geschlechterunterschied in der Wirtschaftskompetenz einer repräsentativen Stichprobe von 1.985 deutschen Sekundarschüler:innen der 10. Klasse. Anhand einer Querschnittserhebung untersucht die Studie Erklärungsfaktoren für den Geschlechterunterschied und baut damit auf die Ergebnisse der Literaturanalyse auf. Die Ergebnisse bestätigen einen substanziellen Geschlechterunterschied zugunsten der Jungen. Darüber hinaus zeigen Dekompositionsanalysen, dass die geringeren mathematischen Fähigkeiten und das geringere Wirtschaftsinteresse von Mädchen wesentlich zum Geschlechterunterschied beitragen, während andere Variablen, wie Sozialisationsfaktoren, für unser Sample weniger relevant scheinen. Die dritte Studie fokussiert auf die Finanzkompetenz und das unterschiedliche Antwortverhalten von Jungen und Mädchen anhand derselben Stichprobe. Konkret wurden die Big 3-Finanzfragen experimentell manipuliert, indem einer Hälfte der Stichprobe eine DK-Option angeboten wurde, während der anderen Hälfte diese Option nicht zur Verfügung stand. Die Ergebnisse zeigen, dass Mädchen ein geringeres Finanzwissen aufweisen und die DK-Option signifikant häufiger auswählen als Jungen. Ähnlich den Ergebnissen zum ökonomischen Wissen (Studie 2) lässt sich der Geschlechterunterschied im Finanzwissen teilweise auf die geringeren mathematischen Fähigkeiten und das geringere Interesse der Mädchen zurückführen. Entgegen den Erwartungen tragen Selbstvertrauen und Risikoeinstellung nur in begrenztem Maße zur Erklärung des Geschlechterunterschieds bei. In der folgenden Diskussion werden die Studien vor dem Hintergrund ökonomischer Theorien und Verhaltensweisen diskutiert. Die Ergebnisse unterstreichen den Geschlechterunterschied in der Wirtschafts- und Finanzkompetenz. Aufgrund der Relevanz dieser Kompetenzen für das finanzielle Wohlergehen ist es ein Ziel der Dissertation, Implikationen für die Praxis, Politik und zukünftige Forschung abzuleiten, um dem Geschlechterunterschied entgegenzuwirken. Aus dieser Arbeit ergeben sich zwei zentrale Implikationen: die Notwendigkeit der Durchführung experimenteller Studien sowie die Entwicklung und Durchführung gezielter Interventionen zur Verringerung des Gaps. Durch verbesserte Finanztrainings und Lernmaterialien können die Wirtschafts- und Finanzkompetenz gestärkt und der Geschlechterunterschied verringert werden. Als potenzielle Ausgangspunkte sollten Forschung und Politik die identifizierten erklärenden Faktoren berücksichtigen. Insgesamt trägt die Dissertation zu einem vertieften Verständnis des Geschlechterunterschieds in der Wirtschafts- und Finanzkompetenz bei. Langfristig können ein gesteigertes Bewusstsein für Geschlechterunterschiede, verbesserte Bildungsprogramme und Lernmaterialien die Geschlechtergerechtigkeit und finanzielle Unabhängigkeit von Frauen fördern.
 

Abstract:

In today’s dynamic economic environment, economic and financial literacy are essential to actively participate in society and make informed decisions. This need is reinforced by globalization and digitalization, increasingly complex financial products, and new responsibilities being placed on the individual. Younger generations in particular are affected by demographic change and its consequences, and need to be educated to meet future challenges. In this regard, it is important to note the relevance of economic and financial literacy for financial well-being. However, many people exhibit worryingly low levels of economic and financial literacy. This is particularly true of women. Many studies have found evidence of a substantial gender gap in economic and financial literacy. To counteract this gender gap by means of effective economic and financial education, a profound understanding of explanatory factors for the gap is necessary. However, the literature provides hardly any evidence on the interrelation between different explanatory factors. This dissertation addresses this research gap, providing a deeper understanding of gender-based differences in economic and financial literacy by examining multiple explanatory factors. The dissertation consists of three studies, a qualitative literature review and two quantitative cross-sectional studies, complemented by an overarching framework. The systematic literature review examines 97 records and 185 studies on the gender gap in economic and financial literacy and its explanatory factors, including studies from all world regions and age groups. Findings show that the gender gap is evident in most studies; however, it is less pronounced in certain regions (e.g., Eastern Europe, South America). The review identifies several explanatory factors for the gap, including confidence, socialization, education, and computation. The second study examines the gender gap in economic literacy among a representative sample of 1,958 German secondary school students in grade 10. Employing a cross-sectional design, this study analyzes explanatory factors of the gender gap based on the results of the literature review. The results show a substantial gender gap in favor of boys. Furthermore, decomposition analyses reveal girls’ lower math ability and interest in economics as essential explanatory factors for the gender gap. However, other explanatory factors, such as socialization, do not seem to be relevant in our sample. The third study focuses on financial literacy and the different answer behaviors of boys and girls in the same sample. Specifically, we experimentally manipulated the Big 3 financial literacy questions and offer a “do not know” (DK) response to half of the sample, while the other half did not get this option. The results show that girls have lower levels of financial literacy and choose the DK option significantly more often than boys. Similarly to the results for economic literacy (Study 2), the gender gap in financial literacy can be partly explained by girls’ lower math ability and lower levels of interest in economics when compared to boys. Contrary to expectations, confidence and risk preferences have limited predictive power for the gender gap. Below, the studies are discussed against the backdrop of economic theories and behavior. The results underline the gender gap in economic and financial literacy. Given the relevance of these skills to an individual’s well-being and long-term welfare, one aim of the dissertation is to derive policy implications and avenues for future research to counteract the gender gap. Two main implications that can be derived from this dissertation are the need to implement experimental studies as well as to design and investigate targeted interventions to counteract the gender gap. Improved financial programs and learning materials can foster economic and financial literacy and reduce gender-based differences. As potential starting points, research and policy should consider the identified explanatory factors for the gender gap. In summary, this dissertation contributes to a better understanding of the gender gap in economic and financial literacy. In the long term, greater awareness of gender inequalities, improved financial programs and learning materials can promote gender equality and support women’s financial independence.

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