Rückenmarksstimulation (SCS) mit kombinierter Muskelstimulation (MuscleSCS) bei verschiedenen Frequenzen im klinischen Versuch

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/173713
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1737135
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-115038
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-01-07
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Morgalla, Matthias (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2025-12-02
DDC-Klassifikation: 500 - Naturwissenschaften
610 - Medizin, Gesundheit
Freie Schlagwörter: SCS
MuscleSCS
Rückenmarksstimulation
Muskelstimulation
Neurochirurgie
Neuromodulation
Lamitrode
Octrode
Spinal cord stimulation
Lamitrode
Octrode
Neuromodulation
MuscleSCS
SCS
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Hintergrund: Chronische Rückenschmerzen gehören weiterhin zu den häufigsten Ursachen für Einschränkungen der Lebensqualität und sind aus sozioökonomischer Perspektive eine der Hauptgründe für Arbeitsunfähigkeit. Die Genese chronischer Rückenschmerzen ist multifaktoriell, da verschiedene anatomische Strukturen wie Knochen, Gelenke, Bänder, Nerven und die Muskulatur an der Entstehung und Aufrechterhaltung beteiligt sind. Die SCS-Therapie (Spinal Cord Stimulation) hat sich über die Jahre als bewährte Methode etabliert, um bei unzureichendem Therapieerfolg durch epidurale Rückenmarksstimulation unter anderem die fehlregulierte Schmerzweiterleitung zu modulieren. Dennoch unterliegen viele Patient*innen auch nach der Anwendung der SCS-Therapie weiterhin einem erheblichen Leidensdruck. Dies unterstreicht den Bedarf an neuen Forschungsansätzen und klinischen Entwicklungen zur weiteren Verbesserung der Behandlungsergebnisse. Ziel dieser Arbeit war es, die Optimierung der SCS-Therapie durch die Ergänzung einer Muskelmodulation (MuscleSCS) zu evaluieren, bei der die zusätzliche Stimulation über die epidural platzierten Elektroden erfolgt. Methoden: In die Studie wurden 25 Patient*innen mit chronischen Schmerzen eingeschlossen, die zuvor in der neurochirurgischen Klinik der Universitätsklinik Tübingen ein SCS-System implantiert bekommen hatten. Zu Studienbeginn (T0) und nach drei Monaten kombinierter Therapie (T1) wurden anamnestische Daten erhoben sowie folgende Parameter evaluiert: Schmerzintensität (gemessen mit der numerischen Rating-Skala, NRS), Schmerzkatastrophisieren (Pain Catastrophizing Scale, PCS), Alltagsbeeinträchtigung (Pain Disability Index, PDI) und Einschränkungen durch Schmerzen (Brief Pain Inventory, BPI). Von den ursprünglich rekrutierten 25 Patient*innen schlossen 23 die Studie bis zum Zeitpunkt T1 ab. Im Rahmen einer Subgruppenanalyse wurden die Ergebnisse von Patient*innen mit implantierten Lamitroden und Octroden hinsichtlich der erhobenen Parameter und anamnestischen Daten verglichen um mögliche Unterschiede im Behandlungserfolg zu untersuchen. Ergebnisse: Die Integration der Muskelmodulation in die BurstDR™-Stimulation der SCS-Therapie zeigte in dieser Untersuchung keine statistisch signifikanten Verbesserungen der affektiv-kognitiven Schmerzaspekte. Ein Vergleich der Elektrodenkonfigurationen (Lamitrode und Octrode) ergab ebenfalls keine wesentlichen Unterschiede. Es ist jedoch zu beachten, dass die Aussagekraft dieser Ergebnisse aufgrund der kleinen Stichprobengröße eingeschränkt ist. Bemerkenswert ist, dass 22 Teilnehmende angaben, die Muskelmodulation gerne weiterhin nutzen zu wollen, da sie subjektiv sowohl eine Verbesserung des Wohlbefindens als auch eine temporäre Reduktion der Schmerzen wahrnahmen. Schlussfolgerung: Die individualisierte Muskelmodulation hat sich als vielversprechender Zusatz zur SCS-Therapie erwiesen, auch wenn die affektiv-kognitiven Schmerzaspekte in dieser Studie nicht signifikant beeinflusst wurden. Die hohe Akzeptanz der Methode durch die Patient*innen und die berichteten positiven Effekte auf das Wohlbefinden unterstreichen das Potenzial dieser innovativen Technik. MuscleSCS erweitert das Spektrum der SCS-Therapie und bietet eine wertvolle zusätzliche Option zur Schmerzbewältigung für chronische Schmerzpatient*innen. Angesichts der bisherigen Ergebnisse sind umfangreichere Studien erforderlich, um die tatsächliche Wirksamkeit und die langfristigen Vorteile dieser Methode zu bestätigen. Die Kombination von SCS und Muskelmodulation ist eine vielversprechende, wirkungsvolle Ergänzung, die das Behandlungskonzept für Patient*innen mit chronischen Schmerzen nachhaltig bereichern könnte.

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