Inhaltszusammenfassung:
Die kalzifizierende Aortenklappenstenose ist eine häufige Erkrankung, dessen
Prävalenz aufgrund der älter werdenden Bevölkerung weiter zunehmen wird und
für die es bislang keine medikamentöse Therapie gibt, die ein Fortschreiten verhindert. Die zugrundeliegende Pathophysiologie ist bisher unverstanden.
Ziel der Studie war es daher, die Pathophysiologie einer schnelleren Progression
der Aortenklappenstenose näher zu beleuchten und hierbei mögliche therapeutische Ziele zu identifizieren. Hauptfokus war das Immunophilin CypA mit seinen Rezeptoren RAGE und EMMPRIN im Aortenklappengewebe, sowie die Risikofaktoren LDL und Gesamtcholesterin im Blutplasma. In unserer Studie untersuchten wir Patienten mit symptomatischer, schwerer Aortenklappenstenose mit Indikation zum chirurgischen Aortenklappenersatz und unterteilten diese in die zwei Untergruppen der schneller progredienten Aortenklappenstenose (FP-AS) und der langsamer progredienten Aortenklappenstenose (SP-AS). Wir konnten eine signifikant höhere Expression von CypA lokal auf der Aortenklappe von Patienten mit SP-AS im Vergleich zu FP-AS nachweisen, was auf ein weiter fortgeschrittenes Krankheitsstadium hinweist, in dem der Prozess lokal auf der Klappe vorherrschend ist. Die Risikofaktoren LDL und Gesamtcholesterin waren im Blutplasma der Patienten mit FP-AS im Vergleich zur SP-AS erhöht, was mit einem schnelleren Antreiben der Krankheitsprozesse in früheren Krankheitsstadien durch die Hyperlipidämie erklärbar sein könnte. In fortgeschritteneren Stadien könnten Faktoren wie metabolische Veränderungen, Kachexie und eine verminderte Leberfunktion vorherrschend sein, die zu einer Senkung der Blutfette führen. Zukünftige Studien könnten ein Augenmerk auf die Unterschiede in der Verteilung und Freisetzung von CyPA zwischen FP-AS und SP-AS legen, insbesondere lokal auf der Aortenklappe im Vergleich zum Plasmaspiegel. Dies könnte weitere Einblicke in die Pathophysiologie der Aortenklappenstenose bieten und möglicherweise ein erhöhtes CypA im Blutplasma bereits als Biomarker oder prognostischen Faktor etablieren.