Interventioneller Verschluss oder medikamentöse Therapie bei Patienten mit peristierendem Foramen ovale und kryptogenem Schlaganfall / transitorisch ischämischer Attacke

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URI: http://hdl.handle.net/10900/132957
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1329572
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-74312
Dokumentart: Dissertation
Date: 2022-11-10
Source: Poli, S., et al., Closure or medical therapy of patent foramen ovale in cryptogenic stroke: prospective case series. Neurological Research and Practice, 2021. 3(1): p. 16
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Meyer-Zürn, Christine (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2022-09-20
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Persistierende Foramen ovale , Schlaganfall
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Hintergrund: Bis vor wenigen Jahren gab es keine eindeutigen Empfehlungen zur Sekundärprävention nach ischämischem Schlaganfall (IS)/transitorischer ischämischer Attacke (TIA), die auf ein persistierendes Foramen ovale (PFO) zurückzuführen waren. Mehrere groß angelegte randomisiert kontrollierte Studien (RCT) lieferten hierbei vor allem Richtlinien für Patienten unter dem 60. Lebensjahr. Ziel dieser Studie ist es, das interventionelle und medikamentöse PFO-Management bei kryptogenem Schlaganfall oder TIA zu vergleichen. Ein besonderes Augenmerk wurde hier auf Patienten über 60 Jahre gelegt. Methoden: Es handelt sich um eine prospektiv angelegte Kohortenstudie, in die kontinuierlich PFO-Patienten mit kryptogenem Schlaganfall oder TIA eingeschlossen wurden. Diese Patienten stellten sich auf der Schlaganfallstation (Stroke Unit) der Neurologie der Universitätsklinik Tübingen, Deutschland, vor. Gemäß der SOP wurde der PFO-Verschluss bei Patienten, die 70 Jahre oder jünger waren, mit Hochrisiko-PFO (d.h. ein PFO mit entweder einem assoziierten Vorhofseptum-Aneurysma (ASA), spontanem oder einem hochgradigen Rechts-Links-Shunt bei Valsalva), indiziert. Die primären (rezidivierende ischämische Schlaganfälle oder intrakranielle Blutung) und sekundären Endpunkte (z.B. Grad der Behinderung) wurden während einer mindestens einjährigen Nachbeobachtungszeit beurteilt. Zudem erfolgte eine Subgruppenanalyse von Patienten ≤ 60 und > 60 Jahre. Ergebnisse: 236 Patienten im medianen Alter von 58 (Bereich 18-88) Jahre, wurden kontinuierlich eingeschlossen. 38,6 % der Patienten waren weiblich und der mediane National Institutes of Health Stroke Scale Score (NIHSS) lag bei 1 (IQR 0-4). Die Nachverfolgungszeit betrug im Durchschnitt 2.6 ± 1.3 Jahre. Keine intrakraniellen Blutungen wurden beobachtet. Die Rezidivrate für ischämische Schlaganfälle nach PFO-Verschluss lag bei 2.9 % (95% CI 0-6.8 %) bei Hochrisiko-PFO Patienten ≤ 60 Jahre (n = 103), aber bei 7.0 % (4-16.4) bei Hochrisiko-Patienten > 60 Jahre (n = 43) versus 4 % (0-11.5) bei reiner medikamentöser Therapie (n = 28). 42 Patienten mit Niedrigrisiko-PFO und medikamentöser Therapie hatten kein Rezidiv eines Schlaganfalls oder einer TIA. Schlussfolgerung: In unserer prospektiven Studie waren die Schlaganfallrezidivraten bei Hochrisiko-PFO Patienten ≤ 60. Lebensjahr mit interventionellem Verschluss vergleichbar mit den Rezidivraten, die in den letzten randomisiert kontrollierten Studien beobachtet wurden. Hochrisiko-PFO Patienten > 60. Lebensjahr mit interventionellem Verschluss zeigten eine ähnliche Rezidivrate für ischämische Schlaganfälle wie die Patienten mit alleiniger medikamentöser Therapie. Eine medikamentöse Therapie scheint die geeignete Behandlung für Patienten mit Niedrigrisiko-PFO zu sein.

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