Untersuchung zum Einfluss von auditorischer Stimulation auf fetale Herzratenvariabilität

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URI: http://hdl.handle.net/10900/131412
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1314127
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-72770
Dokumentart: PhDThesis
Date: 2022-09-05
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Preißl, Hubert (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2022-05-13
License: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

In der vorliegenden Arbeit wird der Einfluss von auditorischer Stimulation auf die fetale Herzrate und Herzratenvariabilität untersucht und ob sich unter Berücksichtigung metabolischer Faktoren ein Unterschied zwischen auditorischer Stimulation und Stille ergibt. Im Rahmen der vorliegenden Studie nahmen 204 gesunde Schwangere an einem oralen Glukosetoleranztest teil und es wurden zu fünf definierten Zeitpunkten (Probandin nüchtern, 30 Minuten, 60 Minuten, 90 Minuten und 120 Minuten nach Glukosegabe) Blut abgenommen und Blutuntersuchungen (Blutzucker- und Insulinwerte) durchgeführt. Während des Glukosetoleranztests fanden drei fetale Magnetenzephalographie Messungen statt. Es wurden jeweils eine Messung ohne Stimulation (15 Minuten) und mit auditorischer Stimulation (6 Minuten) durchgeführt. Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Stimulationsbedingung auf die Daten der ersten Messung während des OGTTs, welche bei nüchternen Probandinnen durchgeführt wurde. Von den insgesamt 206 Untersuchungen mussten Daten von 100 Probandinnen aus unterschiedlichen Gründen (16 wegen Unwohlsein, 4 mit Datenkorruption und, 80 Datensätze, die an einem oder allen Messzeitpunkten die notwendigen Qualitätsparameter nicht erfüllten) aus der Analyse der Herzrate und Herzratenvariabilität ausgeschlossen werden. Als primärer Qualitätsparameter wurde die Verteilung der Abstände zwischen sukzessiven Herzschlägen (R-R) verwendet, die eine Normalverteilung unterliegen mussten. In der vorliegenden Arbeit konnte gezeigt werden, dass generell zwischen auditorischer Stimulation und Stille ein Unterschied in der fetalen Herzratenvariabilitätsparametern besteht. Dieser Unterschied war für die frequenzbasierten Herzratenvariabilitätsparameter "low frequency" (LF) und "high frequency" (HF) (als Ausdruck von parasympathischer und sympathischer Aktivierung) signifikant. Die übrigen in dieser Arbeit berechneten fetale Herzparameter wie RMSSD, SDNN, HR, RR und LFHF waren nicht signifikant 73 unterschiedlich. Nach Einbezug von Kovariaten, die Gestationsalter, maternales Alter und die anthropometrischen/metabolischen Parameter, mütterlicher BMI (Body Max Index), mütterliche Gewichtszunahme und Insulinsensitivitätsindex beinhalteten, zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Stimulationsbedingungen mehr. Daraus können wir schließen, dass diese Parameter die fetale Herzratenvariabilität beeinflussen. Bei ausschließlich Einbezug des fetalen Geschlechts, blieb der signifikante Unterschied zwischen auditorischer Stimulation und spontaner Messung bestehen. Im Résumé liefert diese Studie Hinweise darauf, dass Feten schon im Mutterleib zwischen einem auditiven Reiz und Stille mit unterschiedlicher Veränderung ihrer Herzrate reagieren können. Jedoch können diese Veränderungen der Herzratenvariabilität Großteils durch die mit einbezogenen Kovariaten erklärt werden. Hier ergibt sich Potential für zukünftige Studien. Es kann die Veränderung der fetalen Herzratenvariabilität bei wachstumsbeschränkten Feten unter Stimulation und Stille analysiert und auch die Unterschiede der fetalen Herzraten zwischen gesunden Müttern und Müttern mit Gestationsdiabetes untersucht werden.

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