Subjektive Gedächtnisstörungen als Risikofaktor für das Auftreten des postoperativen Delirs nach elektiven Eingriffen bei älteren Patient*innen der PAWEL-Studie

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URI: http://hdl.handle.net/10900/130521
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1305215
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-71882
Dokumentart: Dissertation
Date: 2023-07-20
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Eschweiler, Gerhard (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2022-06-29
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

 
Die Dissertation ist gesperrrt bis zm 20. Juli 2023 !
 
Diese Arbeit untersucht inwiefern subjektive Gedächtnisstörungen (SMI) und Sorgen darüber (Personen, die solche angaben, werden als Worrier bezeichnet) mit objektivierbaren kognitiven Leistungsbeeinträchtigungen sowie affektiver Symptomatik zusammenhängen. Weiterhin untersucht sie die Bedeutung von SMI und etwaigen Sorgen als Risikofaktoren für ein postoperatives Delir (POD) und eine Postoperative kognitive Dysfunktion (POCD) nach einer Woche. Die Daten entstammen der PAWEL-R-Studie. Die Stichprobe umfasste 577 elektiv operierte Patient*innen über 70 Jahre der Unikliniken Tübingen, Ulm und Freiburg. Die Variablen SMI und Worrier wurden je anhand einer einzelnen Frage, die objektive kognitive Leistungsfähigkeit mittels MoCA und die affektive Symptomatik mittels PHQ-4 erhoben. Die Diagnose POD wurde mittels I-CAM-S kombiniert mit dem Chart Review gestellt, die Diagnose POCD bei Verschlechterung um mindestens drei Punkte im postoperativen MoCA nach einer Woche. Ein Zusammenhang von SMI und etwaigen Sorgen mit affektiver Symptomatik, nicht jedoch mit objektiven kognitiven Leistungseinbußen konnte bestätigt werden. SMI und etwaige Sorgen stellten sich nicht als Risikofaktoren für ein POD oder POCD heraus. Der Stellenwert von SMI im Hinblick auf den Zusammenhang mit Mild Cognitive Impairment (MCI) und einer Demenz wurde zuletzt viel diskutiert. Vor allem Worrier zeigen ein erhöhtes Risiko für MCI und Alzheimer-Demenz. Eine Assoziation zwischen SMI und objektiven kognitiven Einbußen scheint wahrscheinlich. Ein Zusammenhang zwischen SMI und affektiven Symptomen wurde in einem überwiegenden Teil der Studien gesichert. Ein Erklärungsansatz für dennoch unterschiedliche Ergebnisse könnte in der uneinheitlichen Definition von SMI und deren Erhebungsweise liegen. Für die Vergleichbarkeit von Studien sollten einheitliche Standards etabliert werden. Da POD und POCD schwerwiegende Komplikationen mit weitreichenden Folgen darstellen, ist es wichtig, die Exploration von Risikofaktoren und sich daraus gegebenenfalls ableitender Prävention fortzuführen. Die subjektive Gedächtniseinschätzung als ein einfaches und ökonomisches Screening-Tool scheint jedoch zu unspezifisch und stellt vorerst keine Option dar. Die objektive Erhebung kognitiver Funktionen bleibt weiterhin notwendig und empfehlenswert.
 

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