Die Thrombozytenaggregationshemmung bei Patienten nach Transkatheter-Aortenklappenimplantation im mittelfristigen Follow-up

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URI: http://hdl.handle.net/10900/129257
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1292576
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-70620
Dokumentart: Dissertation
Date: 2022-07-06
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Franke, Ulrich F. (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2022-05-23
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Seit der ersten Implantation im Jahr 2002 ist die Indikation für TAVI-Prozeduren sowohl bei inoperablen als auch bei Patienten mit hohem und intermediärem Risiko gut etabliert. Die Zahl der in Deutschland durchgeführten TAVI nimmt jedes Jahr weiter zu. Die Fortentwicklung der TAVI-Prozedur ging mit einer geringeren Sterblichkeit, weniger periprozeduralen Herzinfarkten, weniger schweren Blutungskomplikationen, weniger Gefäßkomplikationen, weniger Annulusrupturen, weniger Nierenversagen und auch mit weniger Schlaganfällen einher. Nach einer TAVI-Prozedur wird in der Leitlinien als antithrombotischer Schutz eine duale Plättchenhemmung mit ASS plus Clopidogrel für drei bis sechs Monate empfohlen. Ziel unserer Arbeit war es, anhand des eigenen Patientenkollektivs die Ergebisse der dualen Plättchenhemmung mittels ASS und Clopidogrel für 6 Monate mit einer Montherapie zu vergleichen. Von August 2008 bis Dezember 2013 wurden 579 Hochrisikopatienten einer TAVI-Prozedur unterzogen. 390 Hochrisikopatienten wurden analysiert, 274 in der SPT-Gruppe und 116 in der DPT-Gruppe. Eine „Matched-Pair-Analyse“ basierend auf Alter, logistischem Euroscore und Geschlecht ergänzte die Auswertung, um den Nachteil der retrospektiven Datenauswertung auszugleichen. Nach dieser Paarbildung blieben von insgesamt 390 Patienten 86 Patienten-Paare zur Auswertung. Der Vergleich vor und nach der Matched-Pair-Analyse erfolgte sowohl hinsichtlich prä-, intra- und postoperativer Aspekte, als auch unter Auswertung des mittelfristigen Verlaufs. Bei einem Anteil von 61,3 % (390) weiblicher Patienten und einem Durchschnittsalter von 81,6 ± 5,6 Jahren fanden wir signifikante Unterschiede bei dem log. EuroSCORE und STS-Score (p=0,004 und p=0,001). Mit einem Anteil von 87,2% an TA-TAVI - Prozeduren in der SPT-Gruppe waren die Unterschiede zu erwarten. Für die Patienten der DPT-Gruppe (TA-TAVI 24,1%) waren postoperative Komplikationenen (Major Bleeding, Minor Bleeding und Transfusion Rate) seltener, die Beatmungsdauer und der Intensivaufenthalt kürzer. Anhand der Mortalität und der Rehospitalisierung wegen neurologischer Ereignisse konnte zwischen den Gruppen kein Unterschied nachgewiesen werden. Die Rehospitalisierung wegen Blutungen war in der DPT-Gruppe erhöht, statistisch aber nicht signifikant. Nach der Matched-Pair Analyse konnte zwischen den Gruppen kein Unterschied bezüglich der Mortalität und der Rehospitalisierung wegen neurologischer Ereignisse nachgewiesen werden. Die Rehospitalisierung wegen Blutungen war in der DPT-Gruppe statistisch nicht signifikant erhöht. Die Ergebnisse dieser retrospektiven Studie zeigen, dass die TAVI-Prozedur bei Hochrisikopatienten zu guten mittelfristigen Ergebnissen führen und die zusätzliche Gabe von Clopidogrel bei älteren Patienten keinen Benefit bringt.

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