Zusammenhang von Gestationsdiabetes, Insulinsensitivität und Depressivität auf Basis des PHQ-D in der Tübinger PREG Kohorte

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URI: http://hdl.handle.net/10900/129254
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1292543
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-70617
Dokumentart: Dissertation
Date: 2022-07-06
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Preißl, Hubert (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2021-02-10
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Other Keywords: Depression
Schwangerschaftsdiabetes
Diabetes mellitus
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Inhaltszusammenfassung:

In der vorliegenden Arbeit wurde der Zusammenhang zwischen Gestationsdiabetes, Insulinsensitivität und Depressivität in der Schwangerschaft und ein Jahr postpartum anhand einer Analyse der Daten von Frauen mit normaler Glukosetoleranz und von Frauen, die in der aktuellen oder einer vorangegangenen Schwangerschaft einen Gestationsdiabetes hatten, untersucht. Dafür wurden die Daten von 289 Probandinnen der Tübinger PREG-Studie zwischen Mai 2012 und Dezember 2018 ausgewertet. Zur Erfassung der Depressivität wurde der PHQ-Fragebogen verwendet und zur Erfassung der Glukosetoleranz, GDM-Prävalenz und Insulinsensitivität wurden 75g-2h-oGTTs in der 24.-31.+6.SSW bzw. ein Jahr postpartum durchgeführt. In der Schwangerschaft lag die Prävalenz von GDM bei 28.40%. Die Prävalenz von Depressionen bei Probandinnen mit NGT lag bei 8.20% und bei 8.50% bei Probandinnen mit GDM. Es gab keinen signifikanten Effekt der GDM-Diagnose auf die Depressivität im PHQ-9 (NGT 4.2 ± 3.3 vs. GDM 4.6 ± 3.3). In der Stichprobe ein Jahr postpartum hatten 43.75% der Probandinnen einen GDM in der vorausgegangenen Schwangerschaft. Bei Probandinnen mit NGT lag die Prävalenz von Depressionen bei 6.94% und bei Probandinnen mit GDM bei 10.70%. Es gab keinen signifikanten Effekt der GDM-Diagnose auf die Depressivität im PHQ (NGT 3.6 ± 3.2 vs. GDM 4.0 ± 3.4). Sowohl in der Schwangerschaft als auch postpartum hatten die Plasmaglukosewerte keinen signifikanten Effekt auf die Depressivität. In der Schwangerschaft zeigte die Insulinsensitivität einen signifikanten Effekt auf die Depressivität im PHQ. Mit steigender Insulinresistenz zeigte sich eine signifikante Erhöhung der PHQ-9 Werte (p=0.014). Zum Messzeitpunkt ein Jahr postpartum gab es keinen signifikanten Zusammenhang. Bei der Analyse der PHQ-9-Werte zum Messzeitpunkt in der Schwangerschaft nach GDM-Diagnose zeigte der BMI vor der Schwangerschaft einen signifikanten Effekt auf die PHQ-9-Werte in der Schwangerschaft (p=0.017). Bei einer Analyse mit PHQ-9-Werten, Plasmaglukosewerten im oGTT, BMI vor der Schwangerschaft, relativer mütterlicher Gewichtszunahme, mütterlichem Alter und Gestationsalter, war der BMI vor der Schwangerschaft ein signifikanter Prädiktor für die PHQ-9-Werte in der Schwangerschaft (p=0.025). Die Daten dieser Arbeit weisen vor dem Hintergrund der bestehenden Literatur auf einen Zusammenhang von Insulinsensitivität, mütterlichen BMI und Depressionen hin. Es gibt Argumente dafür, dass ein breites Screening für Depressionen, z.B. anhand von Fragebögen, in der Schwangerschaft und postpartum sinnvoll ist, v.a. bei Frauen mit einem erhöhten BMI, GDM oder Risikofaktoren für GDM und Depressionen. Eine frühzeitige Erfassung möglicher Risikofaktoren wäre vorteilhaft, um Risikopersonen zu erkennen und Interventionen einzuleiten. Maßnahmen der Lebensstilintervention können einen positiven Effekt auf die mentale und physische Gesundheit der Mutter auswirken. Eine wichtige Säule in der Betreuung der schwangeren Frauen sollte neben der Überwachung der körperlichen Gesundheit auch die Überwachung der mentalen Gesundheit sein.

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