Beatmungsassoziierte Parameter als Indikatoren für den Volumenstatus

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URI: http://hdl.handle.net/10900/121651
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1216511
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-63018
Dokumentart: Dissertation
Date: 2021-12-09
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Schenk, Martin (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2021-10-06
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Other Keywords: Volumenstatus
Beatmung
Recruitment Maneuver
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Es gibt zum derzeitigen Stand der Forschung noch keine Methode, um das Blutvolumen präzise, schnell, wenig invasiv und aufwendig zu bestimmen. Das Beatmungsgerät, welches im perioperativen Setting fester Bestandteil ist, wurde bis jetzt noch nicht zur Analyse des Volumenzustands in Betracht gezogen. Die vorliegende Studie hatte zum Ziel, die vom Beatmungsgerät generierten Parameter auf signifikante Zusammenhänge mit schwankendem Blutvolumen zu prüfen. Sechs Schweine wurden für 96 Stunden in Narkose versetzt, intubiert, mittels PCV maschinell beatmet sowie mit arteriellen, venösen und Blasenkathetern versorgt, zur Messung von Volumenverlust, -füllung und weiteren hämodynamischen Parametern. Die Schweine befanden sich in einem der Intensivstation ähnlichen Setting auf einem Tisch, der das Gewicht wog und eichte. Anfangs wurden die Schweine mit Ionosteril gefüllt. Alle 200 ml erfolgte ein Messzyklus, der auch das Recruitment Manöver beinhaltete. Nach 2000 ml Füllung erfolgte dann die Leerung mittels Furosemid und selbigem Vorgehen wie bei Füllung. Als auffälligste Parameter zeigten sich die abgeatmete CO2-Menge, die Compliance und die Resistance. Im 20 Sekunden lang durchgeführten RM, wo der PEEP dem PIP angeglichen wurde, um eine Apnoe zu erzielen, zeigten sich zusätzlich das Totraumvolumen und paradoxerweise auch die Atemfrequenz als stark volumenabhängig. Das VD nahm kurz nach dem RM umso stärker ab, je mehr Volumen aufgefüllt wurde bzw. das VD nahm umso stärker zu, desto weniger Blutvolumen sich im Kardio-vaskulären System des Versuchsschweins befand. Die AF, die in Apnoe trivialerweise, 0 betragen sollte, tat dies nicht, sondern zeigte einen Einbruch in der anhaltenden Baseline. Dieser fand umso früher statt und sank umso tiefer, je weniger Volumen das Versuchstier besaß. Auch die Resistance ist geeignet, um eine Abweichung vom Ausgangsblutvolumen, z.B. vor Operationsstart bzw. in Normovolämie, zu detektieren. Sobald sie schwankt, ist von einer hämodynamischen Veränderung bzw. Instabilität auszugehen. Ein einziger Parameter, der für eine Goal Directed Therapy geeignet sein könnte, konnte nicht ermittelt werden. Es sollte eine Mitbewertung mehrerer Parameter wie abgeatmete CO2-Menge, Compliance und Resistance stattfinden, um eine präzise Aussage über das aktuelle Blutvolumen zu treffen. Das RM stellt sich als einfaches Mittel beim intubierten Patienten zur Differenzierung von Hypo- und Hypervolämie dar. Hier gilt es vor allem auf das Totraumvolumen in und nach Apnoe zu achten. Im peri-, als auch intraoperativen Setting hat man so eine Messmethode mehr, um sich einen Eindruck von der Gesamthämodynamik des Patienten zu verschaffen. Die AF zeigt im RM eine hohe Assoziation zum Volumen, durch eine genaue Abstufung zwischen Volumenzustand und Absinken der Atemzüge pro Minute. Eine Bestätigung der Ergebnisse durch Versuche an einer künstlichen Lunge, eine Erhöhung der Probandenzahl oder eine Anwendung im klinischen Alltag bleibt es abzuwarten.

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