Darstellung und Evaluation eines sektorenübergreifenden Behandlungspfads für Cochlea-Implantationen am Beispiel eines Universitätsklinikums

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dc.contributor.advisor Löwenheim, Hubert (Prof. Dr. med.)
dc.contributor.author Beck, Andrea Ramona Silvia
dc.date.accessioned 2021-02-23T06:39:55Z
dc.date.available 2021-02-23T06:39:55Z
dc.date.issued 2021-02-23
dc.identifier.other 1749148544 de_DE
dc.identifier.uri http://hdl.handle.net/10900/112793
dc.identifier.uri http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1127939 de_DE
dc.identifier.uri http://dx.doi.org/10.15496/publikation-54169
dc.description.abstract 1. Einführung: Das Comprehensive Cochlear Implant Center (CCIC) Tübingen ist Teil des Hörzentrums der Universitäts-HNO-Klinik Tübingen. Ein Schwerpunkt des CCIC liegt in der Diagnostik und Therapie von Patienten mit hochgradiger Innenohrschwerhörigkeit bis hin zur Ertaubung. Bei der hochgradigen Innenohrschwerhörigkeit oder gar Taubheit sind die in der Cochlea befindlichen Sinneszellen der Patienten nicht ausreichend funktionsfähig, bzw. vollständig funktionsunfähig. Bei diesen Patienten kann eine Therapie mit einer elektronischen Innenohrprothese, dem sog. Cochlea-Implantat (CI) durchgeführt werden. Mit Hilfe des Implantats soll der Hörnerv über elektrische Impulse stimuliert und dadurch ein Höreindruck erzeugt werden. 1.1 Cochlea-Implantation: Die Implantation einer solchen Innenohrprothese zur Kompensation einer ausgefallenen Innenohrfunktion wird Cochlea-Implantation genannt. Voraussetzungen für eine Cochlea-Implantation bzw. mit dieser Innenohrprothese wahrnehmbare Höreindrücke sind u.a. ein noch funktionierender Hörnerv sowie eine noch nicht eingetretene Verknöcherung der Cochlea. Sofern die anatomischen Strukturen intakt sind, kann grundsätzlich, ab dem 6. Lebensmonat, eine Cochlea-Implantation durchgeführt werden. Das implantierte Gerät wandelt Schallwellen in elektrische Impulse um. Der Hörnerv wird dann anhand dieser Impulse über intracochleäre Elektroden direkt stimuliert. In der Folge erzeugt der Hörnerv sog. Aktionspotenziale und leitet sie an das Gehirn weiter. Dort werden sie als akustisches Ereignis (Sprache, Klang, Geräusch) erkannt. Um die Indikation für eine Cochlea-Implantation zu stellen, sind eine ausführliche Anamnese und diverse präoperative Untersuchungen erforderlich (u.a. HNO-ärztliche Untersuchung, diverse Hör- und Gleichgewichtstests, bildgebende Diagnostiken, logopädische Beurteilung der Sprachentwicklung, bei Kindern evtl. weitere Gutachten über den Entwicklungsstand, etc.). Auch postoperativ ist eine intensive Nachbehandlung bzw. Rehabilitation der Patienten für den Erfolg einer Cochlea-Implantation Voraussetzung. Hierzu zählen u.a. technische Funktionskontrollen des Implantats, Hörtraining und Einstellungen des Sprachprozessors. Diese Folgetherapie muss im Rahmen einer kontinuierlichen Versorgung durchgeführt werden, solange das Implantat genutzt wird. 2. Begründung und Ziele des Forschungsvorhabens: Die Zusammenarbeit von hochspezialisierten, interdisziplinären Teams im Rahmen der Diagnostik, der Therapie und der Nachsorge von Cochlea-Implantationen am CCIC Tübingen erfordert gut aufeinander abgestimmte Behandlungsabläufe für eine qualitativ hochwertige, sichere und wirtschaftliche Erbringung dieser Gesundheitsdienstleistung. Bei diesen hochkomplexen und interdisziplinären Behandlungsabläufen sind sogenannte „Behandlungspfade“ ein geeignetes Instrument, einerseits die Qualität und Sicherheit sowie andererseits die Wirtschaftlichkeit der Behandlungsabläufe sicherzustellen. Die Ziele dieses Forschungsvorhabens waren: I. Die Darstellung eines sektorenübergreifenden Behandlungspfades von der Diagnostik, der Therapie bis hin zur Nachsorge von Cochlea-Implantationen am CCIC Tübingen. II. Retrospektive anonyme Analyse und ökonomische Bewertung der am CCIC der HNO-Klinik in Tübingen durchgeführten Cochlea-Implantationen aus den Jahren 2012 und 2013 (von der präoperativen Diagnostik bis zur postoperativen Nachsorge ein Jahr postoperationem). III. Evaluation der Pfadtreue, also in wie weit die Behandlungspfade und deren Abläufe eingehalten werden, verbunden mit der Diskussion von potentiellen Auswirkungen auf die Qualität, die Sicherheit und die Wirtschaftlichkeit der Gesundheitsdienstleistungen, wenn von den Behandlungspfaden abgewichen wird. 3. Studienpopulation: Für das Erreichen der Studienziele wurde eine retrospektive Analyse der am CCIC Tübingen durchgeführten unilateralen Cochlea-Implantationen (DRG: D01B) der Jahre 2011 und 2012 untersucht. 4. Datenerfassung: Sämtliche Daten wurden aus dem Krankenhausinformationssystem entnommen. Für die ökonomische Evaluation wurden Daten der InEK Kalkulation des klinikinternen Controllings verwendet. Die Datenerfassung erfolgte retrospektiv in der HNO-Klinik. Dabei wurden Daten über den vorstationären-, stationären-, nachstationären Bereich in pseudoanonymisierter Form erfasst. Folgende Daten wurden aus dem Krankenhausinformationssystem extrahiert:  Anzahl der Fälle mit DRG D01B  Patientenalter in Jahren  Geschlecht (männlich/weiblich)  Anzahl Nebendiagnosen pro Fall  Verweildauer pro Fall  Anzahl vorstationärer Behandlungen pro Fall  Anzahl nachstationärer Behandlungen pro Fall  Art und Anzahl durchgeführter präoperativer Untersuchungen, Operationen und postoperativer Untersuchungen sowie Einstellungen der Implantate  Stationäre Fallkosten Ergebnis der erhobenen Daten: In der vorliegenden Arbeit wurde ein sektorenübergreifender Behandlungspfad von der Diagnostik, der Therapie, bis hin zur Nachsorge von Cochlea-Implantationen am CCIC-Tübingen entwickelt. Ziel war es, anhand von retrospektiven Analysen und ökonomischen Bewertungen der einzelnen Behandlungsschritte heraus zu finden, in wie weit das CCIC Tübingen wirtschaftlich arbeitet. Ein weiteres Ziel war die Evaluation der Pfadtreue und die Auswirkungen möglicher Abweichungen auf die Qualität, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Gesundheitsdienstleistungen. Die Dissertation konnte aufzeigen, dass im Hinblick auf die medizinische Qualität der Cochlea-Implantation das CCIC Tübingen sehr gut ist und eine geringe Komplikationsrate aufweist. Im Hinblick auf die Qualität der Behandlungsabläufe hingegen und damit auf die Wirtschaftlichkeit, ist Verbesserungspotential gegeben. So sind im Speziellen unnötige Doppeluntersuchungen sowohl prästationär als auch in der postoperativen Nachsorge der Cochlea-Implantationen zu nennen. Weiter konnte durch die vorliegende Arbeit aufgeführt werden, dass v.a. im ambulanten Bereich der Cochlea-Implantation, also der prästationären Behandlung und postoperativen Nachsorge der Patienten am CCIC Tübingen keine Wirtschaftlichkeit erzielt wird. Es konnte eine große Differenz zwischen den Kosten und den Erlösen zu Lasten des Klinikums aufgezeigt werden. Anders hingegen stellte sich der stationäre Sektor dar. Insgesamt werden in diesem Bereich Gewinne erzielt. Demnach ist im Gegensatz zum ambulanten Bereich die Wirtschaftlichkeit von Cochlea-Implantationen im stationären Bereich gegeben. de_DE
dc.language.iso de de_DE
dc.publisher Universität Tübingen de_DE
dc.rights ubt-podok de_DE
dc.rights.uri http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de de_DE
dc.rights.uri http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en en
dc.subject.classification Cochlear-Implantat de_DE
dc.subject.ddc 610 de_DE
dc.title Darstellung und Evaluation eines sektorenübergreifenden Behandlungspfads für Cochlea-Implantationen am Beispiel eines Universitätsklinikums de_DE
dc.type Dissertation de_DE
dcterms.dateAccepted 2020-10-22
utue.publikation.fachbereich Medizin de_DE
utue.publikation.fakultaet 4 Medizinische Fakultät de_DE

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